Auf dem norwegischen Kontinentalschelf eskaliert seit Samstag, 27. Juni 2026, 7 Uhr, ein Tarifkonflikt. Eine Aussperrung trifft die Öl- und Gasförderung, weil Lohnverhandlungen im Brunnendienst scheiterten. Offshore Norge reagiert damit auf den seit 15. Juni laufenden SAFE-Streik. Rund 1.000 Beschäftigte fallen zusätzlich aus, deshalb stoppen Bohrungen und die Produktion kann zunächst um 12.000 Barrel Öläquivalent täglich sinken.
Aussperrung trifft Brunnendienst vor Norwegens Küste
Offshore Norge sperrt etwa 1.000 SAFE-Mitglieder aus. Zugleich bleiben rund 500 Beschäftigte mit sicherheitskritischen Aufgaben im Einsatz. Dadurch sollen Notfälle im Unterwasserbereich weiter beherrschbar bleiben.

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Der Arbeitskampf begann am 15. Juni. Am 18. Juni wuchs der Streik auf 378 SAFE-Mitglieder an. Ab 1. Juli sollen außerdem 63 weitere Beschäftigte bei Tios Crewing, DeepOcean, DOF Subsea Norway Offshore und Subsea 7 Norway folgen.
Öl- und Gasförderung verliert Reserve durch gestoppte Bohrungen
Vier mobile Bohrinseln stehen inzwischen still. Fünf feste Anlagen und ein Interventionsschiff haben ebenfalls Bohr- und Brunnenarbeiten gestoppt. Dadurch verschieben sich neue Bohrungen, Wartungen und Eingriffe an bestehenden Quellen.
Die Öl- und Gasförderung kann zunächst um rund 12.000 Barrel Öläquivalent täglich sinken. Nach Mitte Juli droht jedoch ein Ausfall von mehr als 120.000 Barrel pro Tag. Dann würde der Konflikt nicht mehr nur die Zulieferer treffen, sondern auch die Förderplanung großer Betreiber.
Europas Gasmarkt blickt deshalb nach Oslo
Norwegen liefert seit dem Einbruch russischer Mengen besonders viel Pipelinegas nach Europa. Im Mai erreichte die gesamte Öl- und Gasförderung rund 3,82 Millionen Barrel Öläquivalent täglich. Außerdem meldete das norwegische Offshore-Direktorat für Flüssigkeiten 1,909 Millionen Barrel pro Tag. Für Deutschland bleibt diese Rolle wichtig, weil Pipelinegas aus Norwegen viele frühere russische Mengen ersetzt.
Die Regierung kann solche Konflikte per Zwangsschlichtung beenden. Arbeitsministerin Kjersti Stenseng hält die Hürde jedoch hoch: „Die Schwelle für Eingriffe ist hoch. Zwangsschlichtung ist und sollte ein letztes Mittel bleiben.“ Damit bleibt der Streit vorerst bei Arbeitgebern und Gewerkschaft.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (27.06.26) – Stavanger Afendblad (27.06.26) – Offshore Norge (22.06.26) – Rigzone (16.06.26) – SAFE (13.06.26)
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