Berlin, 25. Juli 2026. Der europäische Gaspreis ist auf fast 63 Euro je Megawattstunde gestiegen. Zugleich waren Deutschlands Gasspeicher nur zu 45,7 Prozent gefüllt. Die Eskalation im US-Iran-Krieg beeinträchtigt LNG-Transporte aus der Golfregion. Außerdem konkurrieren Europa und Asien stärker um verfügbare Lieferungen. Neue Offshore-Windparks könnten die Abhängigkeit von Gas senken, doch hohe Kosten bremsen Investitionen. Deshalb drohen Haushalten und Unternehmen bei einem kalten Winter höhere Energiepreise.
Hoher Gaspreis bremst das Auffüllen der Speicher
Der richtungsweisende TTF-Preis lag am 24. Juli bei 61,93 Euro je Megawattstunde. Ende Juni kostete Gas zeitweise noch rund 42 Euro. Der Markt verzeichnete damit innerhalb weniger Wochen einen Anstieg von fast 50 Prozent. Zudem näherten sich die Preise wieder den Höchstständen zu Beginn des Iran-Kriegs.

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Die deutschen Gasspeicher erreichten am 25. Juli einen Füllstand von 45,7 Prozent. Der europäische Durchschnitt lag jedoch bei 54,82 Prozent. Für die meisten deutschen Speicher gilt am 1. November eine gesetzliche Zielmarke von 80 Prozent. INES hält technisch einen Stand von 76 Prozent für erreichbar. Der hohe Gaspreis macht die Einlagerung derzeit allerdings wirtschaftlich unattraktiv.
Offshore-Windkraft wächst, doch Investitionen fehlen
Die deutsche Offshore-Windkraft verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 zunächst einen kräftigen Zuwachs. Insgesamt gingen 84 Anlagen mit 1.077 Megawatt Leistung ans Netz. Dadurch stieg die installierte Leistung in Nord- und Ostsee auf 10,8 Gigawatt. Außerdem stehen 22 weitere Anlagen mit 323 Megawatt bereits im Meer. Diese Anlagen speisen jedoch noch keinen Strom ein.
Für neue Projekte mit 2,6 Gigawatt liegen endgültige Investitionsentscheidungen vor. Weitere Vorhaben mit 17,5 Gigawatt erhielten zwar Zuschläge, doch die Investoren haben sich noch nicht festgelegt. Bereits im August 2025 blieb eine Ausschreibung für neue Nordsee-Flächen ohne Gebot. Hohe Baukosten und teure Finanzierung verschlechtern die Kalkulation. Deshalb fordert die Branche staatlich abgesicherte Mindest- und Höchsterlöse.
Gaspreis verteuert Strom und Wärme
Teures Gas belastet nicht nur Haushalte mit einer Gasheizung. Gaskraftwerke erhöhen bei steigenden Brennstoffkosten auch den Preis der Stromerzeugung. Besonders deutlich wirkt sich das in Stunden mit geringer Wind- und Solarleistung aus. Zudem kann der Preisschub Produktionskosten in energieintensiven Betrieben erhöhen. Der Gaspreis könnte damit erneut die Inflation verstärken.
Ein durchschnittlicher oder milder Winter wäre laut INES trotz der niedrigen Speicherstände beherrschbar. Ein außergewöhnlich kalter Winter könnte jedoch ab Februar 2027 zu Engpässen führen. Das Szenario orientiert sich an den Temperaturen des Jahres 2010. INES errechnet dann Fehlmengen von bis zu neun Terawattstunden pro Monat. An einzelnen Tagen könnten sogar bis zu zwei Terawattstunden Gas fehlen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Welt (25.07.26) – Allgäuer Zeitung (25.07.26) – Reuters (24.07.26) – Stiftung Offshore Windenergie (21.07.26) – INES (07.07.26)
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