Stellenabbau bei Dürr: 500 Jobs weg – vier deutsche Standorte betroffen

Bietigheim-Bissingen – Der Stellenabbau bei Dürr trifft weltweit rund 500 Beschäftigte der Tochter BBS Automation. Der Konzern kündigte den Einschnitt am 22. Juli 2026 an. In Deutschland fallen an vier Standorten etwa 200 Arbeitsplätze weg. Betroffen sind Garching, Hallbergmoos, Sonthofen und Freiberg am Neckar. Schwache Bestellungen der Autoindustrie und niedrigere Markterwartungen zwingen Dürr zur Neuordnung. Der Abbau läuft 2026 und 2027, wobei betriebsbedingte Kündigungen möglich bleiben. Außerdem soll das Programm jährlich rund 30 Millionen Euro einsparen.


Stellenabbau bei Dürr trifft vier deutsche Standorte

Dürr will zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern über die Umsetzung beraten. Der Stellenabbau bei Dürr soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen gelingen. Allerdings schließt der Maschinenbauer solche Schritte ausdrücklich nicht aus. Konkrete Werksschließungen in Deutschland kündigte der Konzern bisher nicht an.

Der Stellenabbau bei Dürr trifft vier deutsche Standorte. Bei BBS Automation fallen weltweit 500 Jobs weg, davon 200 in Deutschland
Der Stellenabbau bei Dürr trifft vier deutsche Standorte. Bei BBS Automation fallen weltweit 500 Jobs weg, davon 200 in Deutschland
Bild: Shutterstock

Besonders stark könnte es Sonthofen treffen. Dort könnten bis zu 100 Stellen entfallen. Damit läge bis zur Hälfte des deutschen Abbaus an diesem Standort. Ein Dürr-Sprecher erklärte außerdem, das Werk arbeite bereits seit mehreren Jahren defizitär. BBS war erst 2023 von Blaichach auf das frühere Voith-Gelände in Sonthofen gezogen.

Dürr schreibt bis zu 100 Millionen Euro auf BBS ab

Dürr verbucht nun eine Wertminderung von 90 bis 100 Millionen Euro auf den Firmenwert von BBS Automation. Der Konzern begründet dies mit schwächeren Bestellungen im ersten Halbjahr. Außerdem senkte er seine Erwartungen für Umsatz und Ergebnis. Für den Umbau plant Dürr 2026 zusätzliche Kosten von 40 bis 50 Millionen Euro. Rund acht Millionen Euro fielen bereits im zweiten Quartal an.

Auch die langfristigen Wachstumsziele fallen deutlich niedriger aus. Ab 2030 erwartet Dürr bei BBS nur noch mehr als 600 Millionen Euro Umsatz. Zuvor lag das Ziel bei rund 800 Millionen Euro. Dennoch soll die bereinigte operative Marge langfristig acht Prozent erreichen. Für die Sparte Industrial Automation senkte Dürr außerdem die Umsatz- und Ergebnisprognose erheblich.


Autoindustrie bestellt weniger Produktionsanlagen

Viele Autohersteller und Zulieferer investieren derzeit vorsichtiger in neue Fertigungstechnik. Vorhandene Produktionslinien sollen zunächst stärker ausgelastet werden. Deshalb fehlen BBS wichtige Aufträge für Anlagen rund um Fahrzeuge und Elektroantriebe. Die Elektromobilität entwickelte sich zudem langsamer als bei der Übernahme erwartet. Zugleich will Dürr das Geschäft stärker auf Medizintechnik und andere Wachstumsmärkte ausrichten.

Der Stellenabbau bei Dürr folgt auf einen weiteren Einschnitt aus dem Jahr 2025. Damals kündigte der Konzern bereits rund 500 wegfallende Verwaltungsstellen an. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf Deutschland. Dennoch bestätigte Dürr jetzt seine Konzernprognose für 2026. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 914 Millionen Euro. Der Umsatz sank jedoch um zwei Prozent auf 981 Millionen Euro.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Business-Magazin Baden-Württemberg (25.07.26)Bild (24.07.26)Allgäuer Zeitung (23.07.26)Produktion (23.07.26)EQS (22.07.26)

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