Europa-Park in Rust vom Netzengpass im Ortenaukreis betroffen

Rust/Ortenaukreis – Ende August 2026 begrenzt ein Netzengpass im 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz neue Großanschlüsse in weiten Teilen der Region. Betroffen sind Industrie, Gewerbe und auch der Europa-Park in Rust. Vor allem Projekte mit mehr als einem Megawatt Leistung können deshalb häufig nicht angeschlossen werden. Bereits geplante Vorhaben des Freizeitparks bleiben nach Unternehmensangaben jedoch zunächst unberührt. Künftig steigt dort der Strombedarf durch neue Attraktionen, Wärmepumpen und zusätzliche Ladeinfrastruktur. Die Versorgung bestehender Kunden bleibt gesichert, doch neue große Verbraucher müssen mit Einschränkungen aufgrund des Netzausbaus rechnen.


Europa-Park benötigt langfristig mehr Netzleistung

E-Werk Netze nennt als Ursache einen starken Anstieg neuer Anschlussanfragen seit 2024. Allein 2025 erreichten neue Bezugsanfragen laut Netze BW rund 50 Prozent der heutigen regionalen Spitzenleistung. Gleichzeitig dauert der Ausbau von Hochspannungsleitungen und Umspannwerken viele Jahre. Deshalb stehen im betroffenen Gebiet nur noch begrenzte Reserven für zusätzliche Großverbraucher zur Verfügung.

Der Europa-Park benötigt künftig mehr Strom, doch im Ortenaukreis fehlen Netzkapazitäten. Der Ausbau dauert teilweise bis 2037
Der Europa-Park benötigt künftig mehr Strom, doch im Ortenaukreis fehlen Netzkapazitäten. Der Ausbau dauert teilweise bis 2037
Bild: Shutterstock

Privathaushalte können dagegen weiterhin Wärmepumpen oder Wallboxen anschließen. Auch Krankenhäuser und andere kritische Einrichtungen verfügen über gesicherte Kapazitäten. Einschränkungen treffen jedoch besonders Industrieprojekte, größere Logistikstandorte und Schnellladeparks. Zudem können neue Produktionsanlagen oder Betriebserweiterungen an fehlender Anschlussleistung scheitern oder sich verzögern.

Strombedarf des Freizeitparks steigt weiter

Der Europa-Park zählt zu den großen Stromverbrauchern der Region, verursacht den Engpass aber nicht allein. Nach Angaben von Netze BW ist der Park Teil einer insgesamt stark steigenden Leistungsnachfrage. Bereits geplante Projekte wie der neue Weltraum-Themenbereich sollen nach Angaben des Unternehmens jedoch nicht gefährdet sein.

Gleichzeitig wächst der Energiebedarf des Resorts durch weitere Elektrifizierung. Der Europa-Park will zusätzliche Wärmepumpen einsetzen und seine Ladeinfrastruktur für Autos und Busse erweitern. Aktuell stehen auf dem Gelände 133 Ladepunkte zur Verfügung, darunter sechs Schnellladepunkte. Außerdem erzeugt der Park Strom mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerken und einem Wasserkraftwerk.


Vollständiger Netzausbau dauert bis in die 2030er Jahre

Netze BW arbeitet gemeinsam mit E-Werk Netze, Behörden und dem Land an mehreren Ausbauprojekten. Im Raum Lahr sollen erste Verbesserungen ab 2032 spürbar sein. Der vollständige Ausbau ist dort jedoch erst zwischen 2035 und 2037 vorgesehen. Damit bleibt die begrenzte Netzkapazität für neue Großvorhaben noch über Jahre ein Standortfaktor.

Parallel verstärkt TransnetBW die Badische Rheinschiene zwischen Karlsruhe-Daxlanden und Eichstetten. Im Ortenaukreis wird dabei eine bisherige 220-Kilovolt-Verbindung auf 380 Kilovolt ausgebaut. Ein genehmigter Abschnitt zwischen Meißenheim und Ringsheim führt auch durch Rust. Die höhere Übertragungskapazität hilft langfristig, ersetzt jedoch nicht den notwendigen Ausbau des regionalen 110-Kilovolt-Netzes.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Tagesschau (27.08.26)E-Werk Netze (Stand: 28.08.26)Transnet BW (Stand:28.08.26)

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