Agrola schließt alle eigenen Wasserstofftankstellen in der Schweiz

Agrola beendet Ende Dezember 2026 das Wasserstoffangebot in der Schweiz. Betroffen sind die Tankstellen in Schötz, Rothenburg und Zofingen. Die zuständigen Landi-Genossenschaften begründen den Schritt mit zu niedrigen Absatzmengen. Deshalb verlieren Fahrer von Wasserstoffautos und Brennstoffzellen-Lkw drei wichtige Versorgungsstellen. Entlassungen sind jedoch nach Angaben der Unternehmen nicht geplant. Die Schließungen verkleinern das bereits dünne Tankstellennetz und erschweren den Einsatz der Fahrzeuge.


Agrola reagiert auf dauerhaft geringe Nachfrage an Wasserstofftankstellen

Die Wasserstofftankstellen gehören den Landi-Genossenschaften Luzern-West, Sempach-Emmen und Sursee. Sie beschlossen die Stilllegung gemeinsam mit der Konzeptgeberin. Zwar setzen die Unternehmen weiterhin auf verschiedene Antriebsarten. Der Betrieb der drei Stationen rechnet sich jedoch wegen der geringen Nachfrage nicht.

Agrola beendet das Wasserstoffangebot in der Schweiz. Tankstellen schliessen, weil Fahrzeuge und Nachfrage fehlen
Agrola beendet das Wasserstoffangebot in der Schweiz. Tankstellen schliessen, weil Fahrzeuge und Nachfrage fehlen
Bild: Shutterstock

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Schötz. Dort eröffnete Agrola die Anlage erst Anfang 2023. Sie konnte drei Lastwagen und einen Personenwagen gleichzeitig versorgen. Außerdem richtete sich das Angebot gezielt an Logistikunternehmen in der Region. Die erwartete Zahl an Wasserstofffahrzeugen blieb jedoch aus.

Drei Schliessungen schwächen das Schweizer Wasserstoffnetz

Die erste der betroffenen Tankstellen nahm im Oktober 2020 in Zofingen den Betrieb auf. Rothenburg folgte Anfang 2021, während Schötz zwei Jahre später hinzukam. Damit entstand innerhalb kurzer Zeit ein regionales Versorgungsnetz. Ende 2026 fallen jedoch alle drei Standorte gleichzeitig weg.

Der Förderverein H2 Mobilität Schweiz führt derzeit weniger als zwei Dutzend öffentliche Wasserstofftankstellen im Land. Die drei Schliessungen haben deshalb spürbare Folgen für das Netz. Fahrer können zwar weiterhin andere Stationen nutzen. In der Zentralschweiz verlängern sich jedoch teilweise die Wege zur nächsten Zapfsäule.


Batterie-Lkw setzen sich schneller durch

Der Fahrzeugbestand erklärt die wirtschaftlichen Probleme der Tankstellen. Ende 2024 waren in der Schweiz nur 59 schwere Brennstoffzellenfahrzeuge zugelassen. Im Jahr 2025 kamen außerdem lediglich vier neue Brennstoffzellen-Lkw hinzu. Die Fahrzeugflotte wuchs deshalb wesentlich langsamer als beim Aufbau der Infrastruktur erwartet.

Batterieelektrische Lastwagen gewinnen dagegen deutlich schneller Marktanteile. Im Jahr 2025 kamen 942 neue Elektro-Lkw auf Schweizer Strassen. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag damit bei mehr als 22 Prozent. Agrola beendet das Angebot deshalb in einem Markt, der sich zunehmend auf Batteriefahrzeuge konzentriert. Brennstoffzellen-LKW können bei langen Strecken und hohen Nutzlasten dennoch technische Vorteile bieten. Ohne größere Flotten fehlt den Tankstellen jedoch eine ausreichende Auslastung.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Börse-Express (11.06.26)Plattform J (10.06.26)Luzerner Zeitung (08.06.26)Förderverien H2 Mobilität Schweiz (Stand 16.06.26)

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