Deutschland erreichte am 2. August 2026 mit 450 Gigawattstunden einen neuen Augustrekord der Solarstromerzeugung. Eine aktuelle Auswertung bezifferte den rechnerischen Solarüberschuss zeitweise auf 22.800 Megawatt. Auslöser waren hohe PV-Einspeisung und ein niedriger Sonntagsverbrauch. Gleichzeitig fehlten ausreichend Speicher, flexible Abnehmer und regionale Netzkapazitäten. Deshalb drohen mehr Abregelungen, Redispatch-Eingriffe und zusätzliche Kosten für Stromkunden.
Solarüberschuss zeigt die Fehlplanung beim PV-Ausbau
Der Solarüberschuss von 22,8 Gigawatt beschreibt eine Leistungsspitze, keine über Stunden verlorene Energiemenge. Dennoch ist die politische Aussage eindeutig. Deutschland förderte Erzeugungsleistung schneller, als es Netze, Speicher und Verbrauch anpasste.

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Stromexporte und Batterien können zwar einen Teil der Mittagsleistung aufnehmen. Doch der Markt sendet längst deutliche Warnsignale. Im zweiten Quartal 2026 gab es 1.006 Viertelstunden mit negativen Preisen. Das Minimum lag sogar bei minus 500 Euro je Megawattstunde. Gleichzeitig erreichten Abendpreise bis zu 747,10 Euro, weil Solarstrom nach Sonnenuntergang wegfällt.
Bayernwerk muss das Stromnetz millionenfach korrigieren
Bayern zeigt besonders deutlich, wie schnell dieser Konstruktionsfehler in den Verteilnetzen ankommt. Dort waren im März 2026 etwa 25 Gigawatt Photovoltaik installiert. Das Bayernwerk registrierte bereits Solarspitzen von 12.000 Megawatt in seinem Gebiet. Außerdem stiegen die Redispatch-Maßnahmen von rund 200.000 im Jahr 2022 auf etwa zwei Millionen 2025.
Die Zahl bedeutet zwar nicht zwei Millionen eigenständige Beinahe-Blackouts. Sie dokumentiert jedoch einen verzehnfachten Steuerungsaufwand innerhalb von drei Jahren. Gleichzeitig investiert Bayernwerk von 2024 bis 2026 mehr als 5,4 Milliarden Euro in seine Netze. Dieser Ausbauaufwand zeigt, welche Infrastruktur der ungebremste PV-Zubau nach sich zieht.
Verbraucher bezahlen Abregelung und Gegensteuerung
Bundesweit erreichte das Netzengpassmanagement 2025 ein Volumen von 30.319 Gigawattstunden. Die vorläufigen Kosten stiegen deshalb auf 3,071 Milliarden Euro. Besonders alarmierend entwickelte sich der Solarüberschuss im Netzbetrieb. Die Abregelung von PV-Anlagen sprang um 94 Prozent auf 2.704 Gigawattstunden. Außerdem mussten Netzbetreiber an anderer Stelle konventionelle Kraftwerke hochfahren.
Die Bundesregierung reagiert erst jetzt mit zwei vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwürfen. Neue kleinere und mittlere Dachanlagen sollen ihre Einspeisung auf 50 Prozent der installierten Leistung begrenzen. Außerdem plant die Regierung mehr Direktvermarktung und weniger garantierte Förderung. Katharina Reiche nennt das einen „Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren“. Tatsächlich korrigiert die Regierung damit Fehler, die seit Jahren sichtbar waren. Deshalb muss der PV-Zubau in überlasteten Regionen pausieren, bis Netze, Speicher oder flexible Verbraucher bereitstehen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: PV-Magazine (04.08.26) – YouTube (04.08.26) – AleaSoft Energy Forecasting (03.08.26)
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