Der Schweizer Handelskonzern Coop nimmt Lebensmittel aus Insekten weitgehend aus dem Sortiment. Die Entscheidung folgt auf jahrelang schwache Verkaufszahlen seit der Markteinführung 2017. Bereits 2022 hatte Konkurrent Migros vergleichbare Produkte aus dem Sortiment genommen, obwohl der Händler zuvor auch Kochkurse dazu angeboten hatte. Damals erlaubte die Schweiz Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken als Lebensmittel. Coop startete daraufhin mit Produkten des Anbieters Essento. Doch Kunden griffen nur selten zu. Deshalb verkauft Coop nun Restbestände ab. Für Hersteller und Zulieferer fallen wichtige Absatzkanäle weg (schweizerbauer: 01.05.26).
Lebensmittel aus Insekten bleiben im Supermarkt eine Nische
Coop hatte Burger, Snacks und verarbeitete Produkte aus Insekten angeboten. Die Artikel sollten nachhaltiger wirken als klassische Fleischprodukte. Dennoch überzeugten sie viele Verbraucher nicht. Preis, Geschmack und Gewohnheit bestimmten den Einkauf stärker.

Der frühere Rückzug von Migros zeigte bereits, wie schwach der Markt war. Coop hielt dennoch länger an dem Segment fest. Zugleich reduzierte der Konzern das Angebot schrittweise. Nun endet auch dort der breite Verkauf.
Nachhaltigkeit ersetzt keine Nachfrage
Befürworter verwiesen auf geringeren Flächen-, Wasser- und Futterbedarf. Zugleich blieb die Akzeptanz im Alltag niedrig. Viele Kunden lehnen solche Lebensmittel kulturell ab. Auch Werbung und Sonderaktionen änderten daran wenig.
Für Produzenten bedeutet der Rückzug ein klares Signal. Ohne stabile Nachfrage entstehen keine wettbewerbsfähigen Preise. Außerdem fehlen große Händler als Vertriebspartner. Der Markt dürfte sich deshalb stärker auf andere Proteinquellen verlagern.
Branche verliert einen wichtigen Vertriebskanal
Der Ausstieg von Coop trifft Anbieter direkt. Kleinere Hersteller verlieren Regalflächen und Reichweite. Zugleich sinkt die Chance, neue Käufer zu erreichen. Die Produkte verschwinden damit weiter aus dem Alltag.
Die Entwicklung zeigt eine harte Marktrealität. Nachhaltige Argumente allein reichen nicht für dauerhaften Erfolg. Verbraucher entscheiden im Supermarkt nach Akzeptanz, Preis und Nutzen. Lebensmittel aus Insekten bleiben deshalb vorerst ein Randthema.
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