Die neuen US-Zölle von Präsident Donald Trump haben direkte Folgen für das Stahlwerk Unterwellenborn. Der Export in die USA entfällt, was etwa sechs Prozent des Umsatzes ausmacht. Laut Verkaufschef Alexander Stier sind weder Kurzarbeit noch Entlassungen geplant. Ab dem 12. März greifen die US-Zölle: Auf importierten Stahl fallen dann 25 Prozent Abgaben an. Wegen langer Transportwege ist der Handel mit den USA für das Unternehmen nicht mehr rentabel (mdr: 18.02.25).
Eigentümerstruktur und Produktionsweise
Das Stahlwerk Unterwellenborn gehört zur Companhia Siderúrgica Nacional (CSN) aus Brasilien. Es handelt sich um ein reines Elektrostahlwerk. Eingeschmolzener Schrott wird zu Blöcken gegossen und danach zu Trägern gewalzt. Die Bauindustrie nutzt diese Produkte weltweit.
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Photo by FREDERICK FLORIN / AFP
Die Energieintensität ist enorm: Allein für die Schmelze reicht der Stromverbrauch einer Stadt mit 100.000 Einwohnern.
Auswirkungen der US-Zölle auf die Stahlbranche
Die US-Zölle treffen nicht nur Unterwellenborn, sondern die gesamte europäische Stahlindustrie. Viele Unternehmen müssen sich neue Absatzmärkte suchen oder alternative Strategien entwickeln. Besonders betroffen sind Exporteure, deren Handelsgeschäfte stark von den USA abhängen. Unternehmen mit kurzen Transportwegen oder flexibleren Produktionsmethoden könnten sich hingegen besser anpassen.
Zukunftspläne und grüner Stahl
Die Transformation zur klimafreundlichen Produktion steht im Fokus. In Zukunft soll das gesamte Jahresvolumen als sogenannter „grüner Stahl“ das Werk verlassen. Dafür ist eine Umstellung auf Wasserstoff als Energieträger erforderlich. Diese Anpassung kostet einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Der Wandel hin zu nachhaltigerem Stahl ist langfristig eine strategische Entscheidung, die sich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken wird.
Herausforderungen und Investitionen
Neben den Kosten stellt die Infrastruktur eine Herausforderung dar. Die Wasserstoffversorgung muss gesichert sein, um einen stabilen Produktionsprozess zu gewährleisten. Staatliche Förderprogramme könnten diesen Wandel beschleunigen. Viele Branchenexperten sehen die Umstellung als notwendig, um europäische Stahlwerke langfristig konkurrenzfähig zu halten.
Der Strukturwandel in der Stahlindustrie nimmt Fahrt auf. Unternehmen, die jetzt investieren, könnten sich zukunftssicher aufstellen. Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es also Chancen, sich im globalen Wettbewerb neu zu positionieren.
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