In Deutschland müssen große Stahlwerke Anfang Juni 2026 ihre Produktion senken, weil die Unzuverlässigkeit der Bahn beim Güterverkehr wichtige Rohstofflieferungen ausbremst. Betroffen sind Standorte in Salzgitter in Niedersachsen und Eisenhüttenstadt in Brandenburg. Baustellen im norddeutschen Schienennetz stören zentrale Güterzugrouten. Dadurch erreichen Eisenerz, Kohle und Schrott die Werke nicht mehr verlässlich. Besonders kritisch bleibt deshalb die Versorgung der Hochöfen. Die Folgen reichen von Produktionskürzungen bis zu hohen Zusatzkosten für die Industrie (berlinstory: 04.06.26).
Unzuverlässigkeit im Güterverkehr trifft Hochöfen direkt
Die Salzgitter AG gehört zu den drei größten Stahlherstellern in Deutschland. Der Konzern braucht laufend Rohstoffe für seine Anlagen. Doch gestörte Bahntransporte bremsen die Versorgung inzwischen spürbar.

Ein Sprecher erklärte, wegen der Probleme bei Güterzügen „haben wir unsere Hochofenproduktion bereits drosseln müssen“. Damit erreicht das Bahnproblem die Kernprozesse der Stahlproduktion. Außerdem drohen weitere Einschnitte, falls sich die Lage nicht schnell stabilisiert.
Arcelor-Mittal meldet Engpässe bei Eisenerz
Auch Arcelor-Mittal spürt die Folgen der gestörten Schienenlogistik. Der Konzern betreibt Werke in Hamburg, Bremen und Eisenhüttenstadt. In Brandenburg kam es bereits zu ersten Kürzungen, weil Eisenerz fehlte.
Ein Sprecher machte das „anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz“ verantwortlich. Zugleich kritisierte er fehlenden Vorrang für Güterzüge. Die Unzuverlässigkeit der Bahn trifft damit nicht nur einzelne Transporte, sondern ganze Produktionsketten.
Stahlindustrie warnt vor hohen Folgekosten
Stahlwerke können ihre Hochöfen nicht beliebig stoppen oder hochfahren. Deshalb verursachen Lieferausfälle schnell zusätzliche Kosten. Außerdem geraten Liefertermine in der Industrie in Gefahr, wenn Vorprodukte fehlen.
Salzgitter warnt bereits vor massiven Belastungen. Das Unternehmen sieht außerdem „inzwischen auch spürbare volkswirtschaftliche Schäden“. Die Unzuverlässigkeit auf der Schiene wird damit zu einem Standortproblem für energieintensive Industrien.
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