Budapest, August 2026: Mehrere Betreiber schalten in Ungarn Schnelllader ab oder begrenzen ihre Leistung in den Abendstunden. Shell nahm seine Ladepunkte auf Tesco-Parkplätzen am 4. August vollständig außer Betrieb. Metro deaktiviert eigene Stationen täglich von 16 bis 22 Uhr. Shell, MOL und E.ON drosseln weitere Hochleistungslader zwischen 16 beziehungsweise 17 Uhr und 22 Uhr. Auslöser sind die Hitzewelle, Niedrigwasser an der Donau und die stark reduzierte Stromproduktion des Kernkraftwerks Paks. Dadurch fehlen abends Reserven, während Klimaanlagen den Verbrauch erhöhen. E-Auto-Fahrer müssen deshalb mit ausgefallenen Standorten, längeren Ladezeiten und Umwegen rechnen. Der Verkauf von Benzin und Diesel läuft jedoch weiter.
Schnelllader fallen bei Shell und Metro vollständig aus
Shell schaltete die Recharge-Punkte an Tesco-Märkten am 4. August um 12 Uhr ab. Die Maßnahme gilt jedoch bis auf Weiteres. An Shell-Tankstellen bleiben die Säulen verfügbar, liefern zwischen 16 und 22 Uhr aber höchstens 150 Kilowatt. Das Unternehmen rät deshalb, möglichst nicht zwischen 17 und 22 Uhr zu laden.

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Metro geht noch weiter und schaltet seine Ladepunkte an allen Märkten täglich per Software aus. Die Sperre gilt jedoch nur von 16 bis 22 Uhr. MOL begrenzt Plugee-Schnelllader ab 150 Kilowatt zwischen 17 und 22 Uhr auf 100 Kilowatt. E.ON halbiert außerdem an Standorten mit mindestens 300 Kilowatt die verfügbare Gesamtleistung. Nach Unternehmensangaben kann das bis zu zehn Megawatt Netzkapazität freisetzen.
Strommangel macht Laden am Abend zum Problem
Der Eingriff folgt aus der angespannten Strombilanz. Paks erzeugte am 4. August nur 230 statt 2.000 Megawatt. Gleichzeitig erwartete die Regierung für diesen Tag eine Spitzenlast von 7.100 Megawatt. Haushalte und Unternehmen senkten den Verbrauch am Vortag jedoch um 562 Megawatt gegenüber der Planung.
Hinter dem Leistungseinbruch steht der außergewöhnlich niedrige Wasserstand der Donau. Das Kraftwerk braucht Flusswasser für die Kühlung, kann jedoch nur knapp über zehn Prozent seiner Nennleistung liefern. Zugleich ließ die Hitze den landesweiten Strombedarf auf mehr als 7.000 Megawatt steigen. Bürger und Unternehmen sparten deshalb in der Abendspitze täglich 600 bis 700 Megawatt.
Abschaltungen treffen Fernfahrer und Urlaubsverkehr
Die Einschränkungen treffen besonders Fahrer auf längeren Strecken. Bei komplett abgeschalteten Standorten bleibt jedoch nur die Suche nach einer anderen Säule. Gedrosselte Schnelllader verlängern die Stopps, sofern Fahrzeug und Akkustand sonst höhere Leistungen erlauben. Deshalb sollten Reisende Verfügbarkeit und Ladefenster vor der Abfahrt prüfen.
Einige Betreiber verschieben die Nachfrage zusätzlich über Preise. EV.app verlangt während der Abendspitze vorübergehend 420 Forint je Kilowattstunde. Außerdem schlossen Shell, MOL und OMV zahlreiche Autowäschen, um Strom und Wasser zu sparen. Für E-Auto-Fahrer wirken sich jedoch vor allem abgeschaltete Schnelllader unmittelbar auf die Reiseplanung aus. Benzin und Diesel verkaufen die Tankstellen weiterhin.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Hungary Today (06.08.26) – Ungarn heute (05.08.26) – Reuters (05.08.26)
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