Wien – Seit Anfang 2026 zahlen 300 bis 350 Bankomaten in Österreich pro Vorgang höchstens 200 statt 400 Euro aus. Das Abhebelimit betrifft laut Wirtschaftskammer alle Geräte eines unabhängigen Betreibers; Medienberichte nennen Euronet. Wirtschaftliche Gründe erklären die Umstellung, denn Betreibererlöse hängen meist von der Zahl einzelner Transaktionen ab. Kunden benötigen deshalb zwei Vorgänge für 400 Euro. Je nach Karte, Kontomodell und Gerät können dabei jedoch zweimal Gebühren anfallen. Das persönliche Karten- oder Kontolimit bleibt unverändert, während heimische Banken weiter 400 Euro anbieten.
Abhebelimit verdoppelt bei 400 Euro die Zahl der Vorgänge
Unabhängige Automatenbetreiber erhalten ihre Einnahmen üblicherweise pro Vorgang und nicht nach der ausgezahlten Summe. Das niedrigere Abhebelimit kann deshalb aus einer Auszahlung zwei abrechenbare Transaktionen machen. Die Oesterreichische Nationalbank sieht diesen Zusammenhang kritisch, besitzt aber keine konkrete gesetzliche Eingriffsbefugnis.

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Private Betreiber dürfen außerdem ein Entgelt für Bargeldbehebungen verlangen. Die Arbeiterkammer nennt für Euronet derzeit 1,95 Euro pro Vorgang. Allerdings fällt diese Gebühr nicht zwingend an jedem Gerät oder bei jeder Karte an. Der Automat muss das Entgelt vor der Auszahlung anzeigen, damit der Kunde zustimmen oder abbrechen kann.
Österreichische Banken halten an 400 Euro fest
Österreich verfügt nach Angaben der Nationalbank über rund 8.900 Geldautomaten. Payment Services Austria betreibt davon fast 6.500 Geräte, während weitere Automaten zu Banken und unabhängigen Anbietern gehören. Die betroffenen 300 bis 350 Geräte bilden deshalb nur einen kleinen Teil des Netzes. Dennoch stehen private Automaten häufig an stark besuchten Orten oder in touristischen Regionen.
Das niedrigere Abhebelimit gilt nach Angaben der Wirtschaftskammer nicht für Geräte heimischer Banken. Dort bleiben 400 Euro pro Vorgang der übliche Standard, während einzelne Ausgabestellen auch höhere Summen erlauben. Erste Bank, Salzburger Sparkasse und Raiffeisen Salzburg planen zudem keine entsprechende Absenkung. Die Nationalbank erwartet deshalb keine flächendeckende Umstellung.
Nationalbank kritisiert uneinheitliche Grenzen
Der Betrag von 400 Euro stammt im Kern noch aus der Zeit der Euro-Einführung. Seitdem passte die Branche die Grenze trotz deutlicher Inflation nicht allgemein an. Die Nationalbank hält deshalb sogar eine Erhöhung für denkbar. Unterschiedliche Grenzen erschweren jedoch die Orientierung, weil Kunden den Betreiber und dessen Bedingungen vor jeder Auszahlung prüfen müssen.
Bargeld bleibt in Österreich zugleich besonders wichtig. Laut OeNB wollen 94 Prozent der Befragten nicht vollständig darauf verzichten. Außerdem entfallen im stationären Handel weiterhin 55 Prozent aller Zahlungen auf Scheine und Münzen. Eine geplante EU-Bargeldverordnung soll deshalb den Zugang und die Verbraucherinformationen stärker vereinheitlichen. Bis dahin müssen Kunden jedoch selbst prüfen, welcher Betreiber hinter einem Automaten steht und welche Kosten gelten.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Heute (31.07.26) – ORF (30.07.26) – News (30.07.26) – Kosmo (30.07.26)
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