Auf deutschen Baustellen starben 2025 insgesamt 74 Beschäftigte. Davon kamen 26 infolge eines Absturzes ums Leben. 15 dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Dächern. Die Berufsgenossenschaft warnt deshalb vor zusätzlichen Gefahren durch den Boom bei Photovoltaikanlagen. Denn immer mehr Monteure, Elektriker und Wartungskräfte arbeiten auf schwer zugänglichen Dachflächen. Fehlende Sicherungen, brüchige Bauteile und ungeeignete Zugänge können dort tödliche Folgen haben.
Berufsgenossenschaft sieht Abstürze weiter als größte tödliche Gefahr
Mehr als jeder dritte tödliche Arbeitsunfall am Bau ging 2025 auf einen Absturz zurück. Damit blieben Abstürze die häufigste Todesursache bei Bauarbeiten und baunahen Tätigkeiten. Die Statistik bildet jedoch nicht alle Unfälle bei Arbeiten an Solaranlagen ab. Elektriker gehören beispielsweise häufig zu anderen Unfallversicherungsträgern und erscheinen deshalb nicht in den Zahlen der BG BAU.

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Die Gesamtzahl der erfassten Absturzunfälle zeigt außerdem die Dimension des Problems. Bis Ende Oktober 2025 registrierte die BG BAU bereits 6.178 solcher Arbeitsunfälle. Besonders häufig traf es Beschäftigte bei Arbeiten auf Dächern. Die Berufsgenossenschaft verstärkte deshalb ihre Präventionsarbeit und startete gemeinsam mit dem Dachdeckerhandwerk eine Initiative für sichere Dacharbeiten.
Photovoltaikanlagen bringen mehr Arbeiter in gefährliche Höhen
Dächer schützen längst nicht mehr nur Gebäude vor Wind und Niederschlag. Sie dienen inzwischen auch als Standorte für Photovoltaikanlagen und andere technische Einrichtungen. Dadurch nehmen Montage-, Wartungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten deutlich zu. Viele Solarmodule liegen jedoch in Bereichen, die Arbeiter nur schwer erreichen können.
Zusätzliche Gefahren entstehen, wenn unerfahrene Firmen oder angelernte Kräfte die Arbeiten übernehmen. Nicht jeder Anbieter beherrscht die Regeln für Dachzugänge, Seitenschutz und persönliche Schutzausrüstung. Außerdem kann hoher Preisdruck notwendige Schutzmaßnahmen aus Angeboten verdrängen. Ein eingespartes Gerüst senkt zwar den Preis, erhöht jedoch die Gefahr eines schweren Absturzes.
Lichtkuppeln und alte Dachplatten können plötzlich brechen
Besonders gefährlich sind Bauteile, die stabil erscheinen, aber keinen Menschen tragen. Dazu zählen Lichtkuppeln, Lichtbänder, Kunststoffelemente und ältere Faserzementplatten. Schmutz und Verwitterung erschweren außerdem die Unterscheidung zwischen tragfähigen und schwachen Bereichen. Die Berufsgenossenschaft fordert daher eine Prüfung des Daches vor jedem Arbeitseinsatz.
Tragfähige Abdeckungen, Laufstege und Seitenschutz können Durchstürze verhindern. Schutznetze oder Fanggerüste mindern außerdem die Folgen eines Sturzes. Persönliche Schutzausrüstung hilft jedoch nur mit geeigneten Anschlagpunkten und einem funktionierenden Rettungskonzept. Deshalb müssen Betriebe die Sicherung bereits vor Arbeitsbeginn verbindlich festlegen.
Hauseigentümer sollten Schutzmaßnahmen im Angebot prüfen
Treppentürme, Gerüste und feste Gebäudetreppen bieten meist den sichersten Zugang zum Dach. Anlegeleitern eignen sich dagegen nur für begrenzte Einsätze. Bei längeren Solarmontagen sollten deshalb andere Zugangslösungen zum Einsatz kommen. Werkzeuge und Module gelangen außerdem sicherer mit Aufzügen oder Kränen nach oben.
Auch private Hauseigentümer müssen sich mit der Sicherheit auf ihrer Baustelle befassen. Ihre konkreten Pflichten hängen jedoch vom Auftrag, der Baustelle und den beteiligten Firmen ab. Deshalb sollten Gerüst, Dachzugang und Absturzschutz bereits im Angebot klar aufgeführt sein. Die Berufsgenossenschaft macht deutlich, dass sorgfältige Vorbereitung viele schwere und tödliche Unfälle verhindern kann.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bild: (16.06.25) – Tagesspiegel (28.04.26) – IGBau (Stand: 16.06.26) – Baustellenshop24 (Stand:16.06.26)
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