Tesla in Europa mit Absatzminus – Sinkende Auslastung in Grünheide bedroht Gigafactory

Teslas europäische Verkaufszahlen fallen 2025. Das Unternehmen setzt inzwischen weniger Fahrzeuge ab als 2022. Das ist für Grünheide deshalb relevant, weil die Gigafactory schon 2022 noch nicht vollständig ausgelastet war. Wenn der Absatz unter dieses Niveau rutscht, sinkt die Auslastung weiter. Dann steigen die Fixkosten je Fahrzeug, weil Personal, Anlagen und Infrastruktur weitgehend weiterlaufen. Damit wird die Produktion in Brandenburg betriebswirtschaftlich schwierig, so dass mittlerweile sogar eine Schließung der Fabrik für möglich gehalten wird (fokus: 11.01.26).


Tesla-Werk zwischen Marktschwäche und innerbetrieblicher Auseinandersetzung

Parallel zur Nachfrageschwäche verschärft sich der Konflikt im Tesla-Werk. Werkleiter André Thierig warnt vor den anstehenden Betriebsratswahlen vor Konsequenzen, sollte die IG Metall mehr Einfluss gewinnen. Diese Aussage zielt auf die künftige Steuerung des Tesla-Standorts. Sie fällt zudem in eine Phase, in der Tesla Investitionen stärker an Effizienz und Stabilität koppeln dürfte.

Tesla-Absatz stürzt in Europa massiv ab – nur noch geringe Auslastung in der Gigafactory Grünheide – dem Werk könnte die Schließung drohen
Tesla-Absatz stürzt in Europa massiv ab – nur noch geringe Auslastung in der Gigafactory Grünheide – dem Werk könnte die Schließung drohen

Die ursprüngliche Standortlogik war auf Volumen ausgelegt: kurze Lieferketten, geringere Transportkosten, weniger Importabhängigkeit und Vorteile bei Zöllen. Diese Vorteile sind messbar, aber sie wirken nur bei ausreichend hohen Stückzahlen. Wenn die Produktionsmenge sinkt, bleibt der Fixkostenblock nahezu konstant. Dadurch verschiebt sich die Kostenrechnung zulasten des Werks.

Produktivität im Standortvergleich wird zum Argument

Thierig verweist außerdem auf eine geringere Produktivität im Vergleich zu Werken in den USA und China. In Teslas System ist das mehr als ein Nebenpunkt. Der Konzern bewertet Standorte nach Output pro Zeit und Ressourceneinsatz. Wenn andere Werke schneller liefern, wird Kapital dorthin gelenkt, wo der Ertrag pro investiertem Euro höher ausfällt.

Hinzu kommt der strategische Effekt: Die Gigafactory Berlin sollte Teslas Position in Europa stärken. Der aktuelle Absatzrückgang unter das Vor- und Frühphasen-Niveau des Werks reduziert diesen Nutzen. Damit wird die Frage drängender, ob Tesla Europa künftig stärker über andere Produktions- und Lieferstrukturen bedient.


Betriebsratswahl als Investitionssignal

Medienberichten zufolge stellt das Management weitere Investitionen in Frage, falls die IG Metall die Wahl gewinnt. Das macht die Betriebsratswahl zu einem wirtschaftlich relevanten Termin, weil Investitionsentscheidungen oft von Planungssicherheit abhängen. Für Tesla geht es dabei um Taktung, Flexibilität und die Fähigkeit, Prozesse ohne lange Reibungsverluste anzupassen.

Die nächsten Wochen dürften deshalb eine Richtungsentscheidung bringen. Entweder stabilisiert Tesla Grünheide mit Investitionen und klarer Auslastungsplanung, oder der Konzern priorisiert andere Standorte. Im zweiten Fall würde der Druck auf den deutschen Produktionsstandort weiter steigen, bis hin zu einer Schließung der Gigafactory

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