Warstein/Büren – Ein Stromausfall traf in der Nacht zum 24. August Teile der Kreise Soest und Paderborn. Gegen 2 Uhr fiel in mehreren Orten die Versorgung aus. Auslöser war massiver Storchenkot auf Isolatoren eines Hochspannungsmastes im Warsteiner Ortsteil Belecke. Die verschmutzte Isoliertechnik verlor ihre sichere Trennwirkung, deshalb schaltete der Netzschutz betroffene Leitungen automatisch ab. Rund 60.000 Menschen waren nach Angaben des lokalen Versorgungsumfelds betroffen, während der Flughafen Paderborn-Lippstadt wegen geöffneter Sicherheitstüren geräumt werden musste.
Stromausfall begann an einem Hochspannungsmast in Belecke
Techniker von Westnetz fanden nach der Störung stark verschmutzte Isolatoren an dem Mast. Dort hatte sich zuvor eine außergewöhnlich große Zahl von Weißstörchen gesammelt. Ihre Hinterlassenschaften bedeckten deshalb Teile der elektrischen Isolierung. Vogelkot enthält Salze, Säuren und Feuchtigkeit und kann unter ungünstigen Bedingungen Strom leiten.

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Die Schutztechnik registrierte die elektrische Störung und nahm die betroffenen Leitungen automatisch vom Netz. Westnetz konnte die Versorgung jedoch über parallel verlaufende Leitungen wieder herstellen. Der Stromausfall dauerte dadurch nur etwa zehn bis 15 Minuten. Bei früheren Kontrollen hatte der Netzbetreiber keine Hinweise auf eine vergleichbare Verschmutzung festgestellt.
Am Flughafen wurden aus 15 Minuten rund 90 Minuten Verzögerung
Am Flughafen Paderborn-Lippstadt hatte der Stromausfall deutlich längere Folgen. Das dortige Sicherheitskonzept öffnet bei einem Stromverlust automatisch die Türen des Terminals. Dadurch standen auch Übergänge zwischen öffentlichen und kontrollierten Bereichen offen. Die Polizei räumte deshalb das Gebäude und durchsuchte anschließend die Sicherheitsbereiche. Rund 500 Passagiere mussten danach erneut einchecken und durch die Kontrollen.
Drei Flüge starteten infolge der Sicherheitsmaßnahmen rund 90 Minuten später. Die Stromversorgung selbst war zu diesem Zeitpunkt jedoch längst wieder stabil. Damit verursachte eine vergleichsweise kurze Netzstörung einen erheblich längeren Betriebsstillstand am Flughafen. Die automatisch geöffneten Türen waren dabei keine technische Panne, sondern ausdrücklich Bestandteil des Sicherheitskonzepts.
Westnetz hat die betroffenen Isolatoren inzwischen ausgetauscht und den Mast gereinigt. Außerdem sollen Maßnahmen größere Ansammlungen von Vögeln an diesem und benachbarten Masten verhindern. Radio Hochstift berichtet dabei auch über installierte Vergräm-Geräte. Eine flächendeckende Sperre von Strommasten für Störche plant Westnetz jedoch nicht, weil Versorgungs- und Artenschutz jeweils vor Ort abgewogen werden müssen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Soester Anzeiger (09.09.26) – RTL (08.09.26)
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