Puteaux/Ergué-Gabéric – Bolloré hat am 8. September 2026 das geplante endgültige Ende der Bluebus-Produktion angekündigt. Der französische Markt wachse langsamer als erwartet, während Wettbewerb und Preisdruck zunehmen. Deshalb habe die Tochter nie die Größe erreicht, die für eine dauerhaft tragfähige Fertigung nötig wäre. Ein Sozialplan kann 74 Stellen betreffen, während Blue Solutions parallel 41 weitere Stellen abbauen will. Ein europäischer Industriekonzern prüft jedoch die Übernahme der Forschung und Entwicklung samt 17 Arbeitsverträgen.
Bluebus kommt trotz 700 ausgelieferter Elektrobusse nicht auf ausreichende Stückzahlen
Seit 2011 fertigt das Unternehmen in Ergué-Gabéric elektrische Stadtbusse mit sechs und zwölf Metern Länge. Fast 700 Fahrzeuge gingen seither an Verkehrsbetriebe in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Dennoch reichten die Stückzahlen nach Einschätzung des Konzerns nicht für einen dauerhaft wettbewerbsfähigen Betrieb. Deshalb soll nach dem Produktionsende nur eine kleinere Organisation für Kundendienst und bestehende Flotten erhalten bleiben.

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Bei Bluebus zeigt die Entwicklung der französischen Zulassungen den Rückgang besonders deutlich. 2024 kamen noch 113 Fahrzeuge der Marke neu auf die Straße, während es 2025 nur 46 waren. Außerdem betrafen diese 46 Zulassungen ausschließlich das sechs Meter lange Modell. Das Zwölf-Meter-Modell spielte damit im französischen Neugeschäft zuletzt praktisch keine Rolle mehr.
E-Bus-Markt wächst – der Hersteller verliert trotzdem den Anschluss
Der Rückzug erfolgt jedoch nicht in einem generell schrumpfenden europäischen Markt. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die EU-Zulassungen neuer Busse laut ACEA um 22,7 Prozent. Elektrisch aufladbare Busse legten sogar um 56,8 Prozent zu und erreichten 27,7 Prozent Marktanteil. Frankreich verzeichnete beim gesamten Busmarkt ebenfalls ein Plus von 21,6 Prozent. Diese breiteren Marktdaten sind nicht deckungsgleich mit dem französischen Stadtbussegment, zeigen aber den wachsenden Wettbewerb.
Zur Geschichte von Bluebus gehören außerdem zwei schwere Fahrzeugbrände in Paris im Frühjahr 2022. Danach nahm die RATP zunächst 149 Busse dieser Baureihe aus dem Verkehr. Untersuchungen führten die Brände auf Kurzschlüsse durch fehlerhaft montierte Isolationen in den Batterien zurück. Bolloré nennt diese Vorfälle jedoch nicht als Ursache für das jetzt geplante Produktionsende.
Blue Solutions kürzt Stellen und sucht Kapital für Gen4-Batterien
Parallel zum Bus-Aus baut Bolloré auch die Batteriesparte um. Blue Solutions entwickelt die Feststoffbatterie Gen4, will die Industrialisierung nun jedoch gemeinsam mit einem strategischen Investor vorantreiben. Der dazu angekündigte Sozialplan kann 41 Stellen betreffen. Damit verändert der Konzern seine industrielle Aufstellung, während die Technologie selbst weiterentwickelt werden soll.
Noch im 2026 veröffentlichten Geschäftsbericht beschrieb Bolloré das Busgeschäft als europäisch wachsendes Standbein. Der Sechs-Meter-Bus fasse schrittweise auch in Griechenland, Spanien und Italien Fuß, hieß es dort. Gleichzeitig befand sich Gen4 laut Konzern in der A-Sample-Validierung. Nun endet die Busfertigung dennoch, während die Batterieentwicklung stärker von externem Kapital abhängen soll. Für die Beschäftigten bleibt deshalb entscheidend, wie viele Stellen nach Sozialplan und möglicher Teilübernahme tatsächlich erhalten bleiben.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: electrive (09.09.26) – Bollore (08.09.26)
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