Stellenabbau in der Metallbranche – Gesamtmetall warnt vor 10.000 verlorenen Jobs pro Monat

Seit 21 Monaten sinkt die Beschäftigung, und der Stellenabbau in der Metallbranche bleibt das dominierende Thema in der Metall- und Elektroindustrie. Oliver Zander von Gesamtmetall begründet die Entwicklung mit zu hohen Energiekosten für die Industrie und Abgaben, und er warnt zugleich vor wachsender EU-Bürokratie, weil diese Prozesse verlangsamen und den Standort Deutschland zusätzlich verteuern (spiegel: 27.12.25).


Stellenabbau in edr Metallbranche – wenn sich die Produktion nicht mehr rechnet

Zander beschreibt einen Jobabbau, der Monat für Monat voranschreitet, aber kaum Spielraum für schnelle Korrekturen lässt. Viele Werke arbeiten unter Kapazität, und genau das treibt Sparprogramme an. Für den Standort Deutschland heißt das: Wer dauerhaft Verluste schreibt, verlagert Investitionen oder kürzt Stellen.

Stellenabbau Metallbranche: 10.000 Jobs pro Monat weg? Hohe Energiekosten Industrie und EU-Bürokratie treiben Betriebe in die Krise
Stellenabbau Metallbranche: 10.000 Jobs pro Monat weg? Hohe Energiekosten Industrie und EU-Bürokratie treiben Betriebe in die Krise

Er verbindet die Lage ausdrücklich mit der Kostenstruktur, und er formuliert es ohne Umschweife. „Die Steuern, die Energiekosten und die Arbeitskosten sind am Standort Deutschland so hoch, dass sich für viele Unternehmen die Produktion hier schlicht nicht mehr rechnet“, sagte Zander. Die hohen Energiekosten wirken für die Industrie dabei wie ein Verstärker, denn teure Energie drückt Margen und verteuert Exporte zugleich.

Zanders Kritik an Brüssel: Regeln als Standortfaktor

Zander sieht zusätzlich ein Regelproblem, weil aus seiner Sicht die EU-Bürokratie selbst einfache Produktionsschritte kompliziert macht. „Das ist Regulierung und Bürokratie, die teilweise ohne notwendige demokratische Legitimation beschlossen wird und die Unternehmen zunehmend stranguliert. Das muss geändert werden. Sonst spielt die EU ökonomisch bald nur noch in der 2. Liga“, erklärte Zander. Er fordert daher klare Kante aus Berlin, und er will weniger Regelwust und mehr Praxistauglichkeit.

Als Beleg nennt Gesamtmetall die Zahl der Durchführungsrechtsakte, denn sie präzisieren Vorschriften bis in die Praxis hinein. Von Januar bis Ende Oktober 2025 verabschiedete die EU-Kommission laut Verband 952 solcher Durchführungsrechtsakte, und damit mehr als im Vergleichszeitraum 2024 (898) sowie 2023 (854). Viele Unternehmen kennen diese Akte als Umsetzungsakte, und sie rechnen intern mit mehr Berichtslasten sowie längeren Freigaben.


IG Metall kontert: Investitionen statt Werksschließungen

Zander drängt auf Entscheidungen, und er setzt dafür eine Frist. Spätestens auf dem EU-Gipfel am 13. Februar 2026 müsse „eine Eindämmung der Rechtsakte beschlossen“ werden, sonst verliere Europa weiter Tempo. Wenn die EU-Bürokratie zunimmt, so seine Lesart, verschärft sich der Stellenabbau in der Metallbranche, weil Betriebe die Produktion konsequenter ins Ausland schieben.

Die IG Metall bewertet die Lage anders, aber sie warnt ebenfalls vor irreparablen Schäden. Christiane Benner sagt, es sei „ein Desaster, wenn ohne Sinn und Verstand Werke geschlossen, die Forschung und Entwicklung nach Asien oder Osteuropa verlagert werde.“ Sie verweist zugleich auf Entlastungen bei den Energiekosten für die Industrie und auf Förderpolitik, und sie kritisiert, dass viele Firmen diese Signale zu wenig einpreisen. Niedrigere Strompreise könnten zusätzlich helfen, wenn Investitionen dann im Land bleiben.

Am Ende entscheiden Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit, während die Branche zwischen Politik und Markt steht. Der Wirtschaftsstandort bleibt attraktiv, wenn der Standort Deutschland kalkulierbar bleibt und wenn die EU-Bürokratie nicht weiter eskaliert. Andernfalls droht ein weiterer Stellenabbau in der Metallbranche, weil die Energiekosten für die Industrie zu hoch bleiben und Durchführungsrechtsakte weiter nachschärfen, obwohl viele Betriebe hier bleiben wollen.

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