Staatsverschuldung steigt auf 2,66 Billionen Euro – fast 32.000 Euro pro Kopf

Wiesbaden – Deutschlands Staatsverschuldung erreichte Ende 2025 einen neuen Höchststand von 2,6622 Billionen Euro. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die endgültigen Zahlen am 29. Juli 2026. Gegenüber 2024 wuchsen die Verbindlichkeiten um 151,4 Milliarden Euro oder sechs Prozent. Damit entfielen rechnerisch 31.887 Euro auf jeden Einwohner. Zusätzliche Verteidigungsausgaben verstärkten dabei den Anstieg beim Bund. Besonders problematisch bleibt jedoch die kommunale Finanzlage, weil hohe Personal- und Sozialausgaben den Handlungsspielraum vieler Städte begrenzen.


Bund trägt den größten Anteil der Staatsverschuldung

Der Bund schuldete Gläubigern außerhalb des öffentlichen Bereichs Ende 2025 insgesamt 1,8404 Billionen Euro. Seine Verbindlichkeiten stiegen deshalb binnen eines Jahres um 107,7 Milliarden Euro oder 6,2 Prozent. Rechnerisch entfielen allein auf den Bund 22.043 Euro je Einwohner. Der Kieler Ökonom Jens Boysen-Hogrefe nennt zusätzliche Verteidigungsausgaben als wesentlichen Treiber.

Deutschlands Schulden wachsen rasant. Bund und Kommunen treiben die Staatsverschuldung auf ein neues Rekordniveau
Deutschlands Schulden wachsen rasant. Bund und Kommunen treiben die Staatsverschuldung auf ein neues Rekordniveau
Bild: Shuttersock

Auch die Länder erhöhten ihre Schulden, jedoch deutlich langsamer als der Bund. Ihre Verbindlichkeiten wuchsen um 17,5 Milliarden Euro auf 624,9 Milliarden Euro. Die Staatsverschuldung stieg dabei in Sachsen je Einwohner prozentual am stärksten. Dennoch blieb Sachsen mit 1.736 Euro auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Bremen lag dagegen mit 37.418 Euro je Einwohner an der Spitze.

Kommunen melden besonders starken Schuldenanstieg

Die Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhten ihre Schulden zum sechsten Mal in Folge. Dabei stieg die Summe um 15,4 Prozent auf 197 Milliarden Euro. Die kommunale Belastung erreichte deshalb durchschnittlich 2.550 Euro je Einwohner. Besonders stark wuchsen die Werte in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen. Nur Thüringens Kommunen senkten ihre Pro-Kopf-Schulden.

Hinter dem Anstieg steht außerdem ein Rekorddefizit der kommunalen Haushalte. Städte, Gemeinden und Landkreise schlossen 2025 mit einem Minus von 31,9 Milliarden Euro ab. Dabei wuchsen vor allem Personal- und Sozialausgaben schneller als die regulären Einnahmen. Die Gewerbesteuerabhängigkeit verschärft die Lage zusätzlich, sobald Unternehmen weniger verdienen oder Standorte schließen.


Schulden wachsen 2026 bereits weiter

Der Schuldenanstieg endete jedoch nicht mit dem Jahreswechsel. Ende März 2026 lagen die öffentlichen Verbindlichkeiten bereits bei 2,7265 Billionen Euro. Das waren 64,9 Milliarden Euro mehr als drei Monate zuvor. Besonders der Bund und seine Sondervermögen nahmen weitere Kredite auf. Allein das Infrastruktur-Sondervermögen erhöhte seine Schulden um 10,9 Milliarden Euro.

Nach der europäischen Maastricht-Abgrenzung lag Deutschlands Schuldenstand Ende 2025 sogar bei 2,84 Billionen Euro. Das entsprach 63,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ein Jahr zuvor hatte die Quote noch 62,2 Prozent betragen. Die Bundesbank erwartet jedoch bis 2028 einen Anstieg auf knapp 70 Prozent. Damit wächst die Staatsverschuldung schneller als die Wirtschaftsleistung und erhöht langfristig die Zinsbelastung der öffentlichen Haushalte.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Statistische Bundesamt (29.07.26)Welt (29.07.26)MarketScreener (29.07.26)Deutsche Bundesbank (12.06.26)

Lesen Sie auch:

Nach oben scrollen