Spritpreise in Deutschland – Staat kassiert pro Liter mehr als Ölkonzerne und Tankstellen

In Deutschland fließt bei den aktuellen Spritpreisen der größte Anteil pro Liter an den Staat. Mitte März 2026 kostet Super E10 im Durchschnitt rund 2,006 Euro je Liter, Diesel etwa 2,130 Euro. Auslöser für diese hohe Belastung sind Energiesteuer, Mehrwertsteuer und CO₂-Kosten. Im Ergebnis kassiert der Staat bei Benzin rund 1,13 Euro je Liter und bei Diesel etwa 0,99 Euro. Tankstellenbetreiber erhalten dagegen meist nur etwa einen Cent. Der restliche Betrag bleibt in der Lieferkette der Ölkonzerne, muss jedoch von der Rohölförderung über die Transport zur Raffinerie und Vertrieb bis zu den Tankstellen decken.


Spritpreise – Steuern treiben den Literpreis kräftig nach oben

Der größte feste Posten ist die Energiesteuer. Für Benzin verlangt der Staat 65,45 Cent je Liter. Bei Diesel fallen 47,04 Cent an. Diese Beträge ändern sich nicht mit dem Ölpreis. Deshalb bleibt der staatliche Zugriff auch dann hoch, wenn Rohöl billiger wird.

Aktuelle Spritpreise zeigen: Der Staat erhält pro Liter Benzin und Diesel den größten Anteil, Tankstellen nur einen Minimalbetrag
Aktuelle Spritpreise zeigen: Der Staat erhält pro Liter Benzin und Diesel den größten Anteil, Tankstellen nur einen Minimalbetrag

Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den gesamten Endpreis. Steigt der Preis an der Zapfsäule, wächst deshalb zugleich der Anteil des Fiskus. Außerdem verteuert der nationale CO₂-Preis den Kraftstoff weiter. Für 2026 liegt dieser Preis bei 68 Euro pro Tonne. Daraus ergeben sich rund 16 Cent CO₂-Kosten pro Liter Benzin und etwa 18 Cent pro Liter Diesel.

Warum Benzin und Diesel unterschiedlich belastet werden

Bei Benzin summieren sich Energiesteuer, Mehrwertsteuer und CO₂-Kosten auf rund 113 Cent je Liter. Damit gehen aktuell etwa 56 Prozent des Endpreises direkt an den Staat. Bei Diesel liegt der staatliche Anteil bei rund 99 Cent. Das entspricht etwa 46 Prozent des durchschnittlichen Literpreises. Die Spritpreise bleiben deshalb hoch, auch wenn Verbraucher auf sinkende Rohölnotierungen hoffen.

Die Unterschiede entstehen aus der Steuerstruktur. Diesel wird bei der Energiesteuer niedriger belastet als Benzin. Zugleich verursacht Diesel pro Liter höhere CO₂-Kosten. Außerdem fällt auf den höheren Endpreis auch mehr Mehrwertsteuer an. Dadurch verschiebt sich die Zusammensetzung, während der Staat in beiden Fällen den größten Einzelanteil erhält.


Tankstellen kassieren wenig, der Staat am meisten

Viele Autofahrer vermuten hohe Gewinne bei den Tankstellen. Tatsächlich bleibt dort nach Branchenschätzungen oft nur etwa ein Cent pro Liter hängen. Deshalb verdienen viele Betreiber vor allem mit Shop, Bistro oder Waschanlage. Der sichtbare Preis auf der Anzeigetafel täuscht also über die geringe Marge an der Zapfsäule hinweg.

Der Rest des Literpreises landet nicht einfach als Reingewinn bei den Ölkonzernen. Daraus werden Rohöleinkauf, Raffinerie, Lagerung, Logistik und Vertrieb bezahlt. Auch gesetzliche Vorgaben wie die THG-Quote erhöhen die Kosten. Am Ende bleibt nur ein deutlich kleinerer Gewinnanteil übrig, der je nach Marktlage schwankt. Für Verbraucher bleibt jedoch entscheidend: Von den aktuellen Spritpreisen profitiert pro Liter vor allem der Staat. (KOB)

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