Rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum brach am Freitag, 24. Juli 2026, ein Rotorblatt einer Offshore-Windkraftanlage ab. Der Rotorblattbruch ereignete sich zwischen den EnBW-Windparks Hohe See und He Dreiht. Seine Ursache ist bislang unbekannt. Der GFK-Flügel war 20 Meter lang und zwei Meter breit. Er trieb knapp unter der Oberfläche, war kaum sichtbar und erschien nicht auf Schiffsradaren. Deshalb leitete die Bundespolizei den Schiffsverkehr um und barg das Teil nach einem gescheiterten Bergungsversuch des Betreibers. Außerdem liegt bisher keine Schadenssumme vor.
Rotorblattbruch zwingt Bundespolizei zum Einsatz
Nachdem eigene Arbeitsschiffe die Bergung nicht geschafft hatten, informierte der Betreiber die Bundespolizei. Die Beamten stimmten den Einsatz anschließend mit der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ab. Danach fuhr das Einsatzschiff „BP 83 Bad Düben“ zur bekannten Position und sicherte den Bereich.

Ein Kontrollboot schleppte den Flügel zunächst an das Einsatzschiff. Die Besatzung zog ihn anschließend über die Heckwanne auf das Hauptdeck. Weil das Bauteil zu lang war, zerlegte sie es mit einer Säge in mehrere Abschnitte. Am Sonntag, 26. Juli, hob schließlich ein Kran die Teilstücke in Cuxhaven an Land.
Herkunft des Flügels bleibt ungeklärt
Nach dem Rotorblattbruch ist weiterhin offen, aus welcher konkreten Anlage der Flügel stammt. Der Fundort lag zwischen den beiden EnBW-Projekten, jedoch nennen die Berichte keine betroffene Turbine. Außerdem fehlen bislang Angaben zum Hersteller, zum Anlagentyp und zu möglichen weiteren Schäden.
Hohe See arbeitet seit Oktober 2019 und umfasst 71 Windkraftanlagen mit zusammen 497 Megawatt. He Dreiht befindet sich dagegen noch im Aufbau und soll 64 Anlagen mit insgesamt 960 Megawatt erhalten. Außerdem soll der neue Park rechnerisch Strom für rund 1,1 Millionen Haushalte liefern.
Ursache und Schadenshöhe weiter offen
Die Bundespolizei kennt bislang weder die technische Ursache noch die Höhe des Schadens. Die veröffentlichten Meldungen nennen außerdem keine Untersuchungsergebnisse des Betreibers. Deshalb lässt sich der technische Ablauf derzeit nicht belastbar einordnen.
Der Rotorblattbruch machte vor allem die schwierige Ortung des treibenden GFK-Teils zum Problem. Denn das Bauteil lag knapp unter der Wasserlinie und erzeugte kein erkennbares Radarziel. Deshalb konnten Schiffe das Hindernis trotz seiner Größe nur schwer rechtzeitig erfassen. Herkunft, Ursache und mögliche Folgeschäden müssen Betreiber und Behörden nun noch klären.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: NDR (27.07.26) – Welt (27.07.26) – Cuxhavener Nachrichten (27.07.26) – HANSA (27.07.27)
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