Im Bürgerwindpark Berching zwischen Wallnsdorf und Raitenbuch ist am Mittwoch, 18. März 2026, gegen 9 Uhr ein Rotorblatt einer Windkraftanlage abgestürzt. Betroffen ist eine Senvion-Anlage aus dem Jahr 2012, die laut Betreiber regelmäßig gewartet wurde. Zusätzlich war die Windkraftanlage mit einem Überwachungssystem für das Blattlager ausgestattet. Trotzdem fiel ein bis zu rund 60 Meter langes und etwa 12 bis 15 Tonnen schweres Rotorblatt zu Boden. Die Polizei war rasch vor Ort, außerdem meldeten Anwohner den Vorfall. Die Ursache ist weiter offen. Mitarbeiter des Betreibers, externe Serviceteams und ein Gutachter untersuchen den Schaden. Brisant ist vor allem ein Punkt: Die Anlage verfügte über Zusatztechnik zur Früherkennung, doch der Absturz geschah ohne dass das Überwachungssystem ein Problem erkannte (nn: 18.03.26).
Überwachungssystem gerät nach dem Absturz ins Zentrum
Der Betreiber verweist darauf, dass die Anlage turnusmäßig geprüft wurde. Zusätzlich sei ein Blattlager-Überwachungssystem installiert gewesen, das mögliche Schäden frühzeitig erkennen soll. Genau deshalb rückt diese Technik nun in den Mittelpunkt, denn bisher gibt es keine bekannte Angabe, dass das System rechtzeitig Alarm ausgelöst oder den Defekt klar erfasst hat.

Offen bleibt deshalb, ob das Überwachungssystem keinen Hinweis lieferte, ob Warnsignale falsch eingeordnet wurden oder ob der Schaden außerhalb des überwachten Bereichs entstand. Diese Frage ist entscheidend, weil die Anlage trotz Wartung, Prüfung und technischer Zusatzkontrolle einen schweren Störfall erlitt. Solange dazu keine belastbaren Details vorliegen, bleibt die naheliegende Einordnung bestehen, dass das installierte Überwachungssystem den Fehler nicht erkannte. Jedenfalls nicht so, dass der Absturz verhindert werden konnte.
Wartung lief planmäßig, trotzdem kam es zum schweren Defekt
Nach Angaben von WINDPOWER, der Regensburger Firmengruppe hinter dem Bürgerwindpark Berching, war die letzte Wartung der betroffenen Anlage im November 2025. Auch die vorgeschriebene wiederkehrende Prüfung erfolgte demnach planmäßig im Oktober 2023. Zusätzlich war ein Blattlager-Überwachungssystem installiert, während das Windrad dennoch ein komplettes Rotorblatt verlor. Gerade dieser Widerspruch macht den Vorfall für Betreiber, Behörden und Anwohner so relevant.
Clemens Reichl, technischer Geschäftsführer der WINDPOWER GmbH, erklärte: „Wir setzen alles daran, die Schadensursache für diesen sehr ernsten Vorfall schnellstmöglich zu klären“. Inzwischen untersucht auch ein Gutachter den Fall. Der Betreiber spricht vom ersten Ereignis dieser Art in seiner rund 30-jährigen Firmengeschichte. Damit geht es längst nicht nur um einen einzelnen Defekt, sondern auch um die Frage, wie verlässlich technische Kontrollsysteme an älteren Windkraftanlagen tatsächlich arbeiten.
Bürgerwindpark hat regionale Bedeutung
Die Polizei sicherte den Bereich nach dem Vorfall zügig ab. Nach Medienberichten hat die Polizei zudem eine Straße in der Nähe zeitweise gesperrt. Für die Region ist der Schaden trotzdem erheblich, weil der Bürgerwindpark nicht nur Strom erzeugt, sondern auch ein Projekt mit breiter lokaler Beteiligung ist.
Der Windpark entstand in den Jahren 2012 und 2013 als Gemeinschaftsprojekt von WINDPOWER und Max Bögl. Sechs der zehn Anlagen werden laut Berichten von einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft getragen, an deren Erträgen rund 2.400 Personen und acht Kommunen beteiligt sind. Deshalb trifft der Absturz nicht nur eine technische Anlage, sondern auch ein Vorhaben mit wirtschaftlicher und politischer Signalwirkung. Umso drängender ist nun die Aufklärung, warum ein gewartetes Windrad mit zusätzlicher Überwachung einen solchen Defekt nicht rechtzeitig erkannte.
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