Der Spielwarenhändler ROFU-Kinderland hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Damit beginnt für 1.970 Beschäftigte eine kritische Phase. Gleichzeitig bleibt der Geschäftsbetrieb zunächst stabil, weil die Filialen geöffnet bleiben sollen. Auch der Insolvenzantrag markiert erst den Start der Sanierung, nicht das Ende. Für Kunden zählt zudem, dass der Onlineshop weiterläuft, während die Investorensuche bereits anläuft (bild: 31.01.26).
Rofu-Filialen bleiben geöffnet – Betrieb läuft weiter
Das zuständige Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete das vorläufige Verfahren bereits am 19. Januar an und das Unternehmen bestätigte den Schritt. Rofu betreibt 104 Standorte in sieben Bundesländern, zudem gehört die Kette im Südwesten zu den großen Spielwaren- und Babyfachmärkten. Damit hat die Krise eine regionale Breite, weil viele Städte von den Filialen abhängen.

Für Käufer gibt es kurzfristig Entwarnung, denn die Märkte sollen zu den gewohnten Zeiten geöffnet bleiben. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, sagt Geschäftsführer Michael Fuchs. Der Onlineshop laufe ebenfalls normal weiter, wodurch der digitale Vertrieb als Umsatzkanal erhalten bleibt.
Warum der Insolvenzantrag kam und was jetzt zählt
Als Gründe nennt das Unternehmen gestiegene Kosten und starken Wettbewerb, außerdem berichten die Verantwortlichen von anhaltender Konsumzurückhaltung. Besonders das Weihnachtsgeschäft soll schwach ausgefallen sein, daher wurde der Insolvenzantrag gestellt. In dieser Branche entscheidet das vierte Quartal oft über das gesamte Jahr und eine Lücke lässt sich schwer schließen.
Trotzdem setzt Rofu auf ein Verfahren in Eigenverwaltung, weil es operative Steuerung ermöglicht. „Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft“, sagt die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau. Sie begleitet den Prozess im Interesse der Gläubiger, während das Management im Amt bleibt und externe Spezialisten hinzukommen.
Investorensuche und Löhne: Was Beschäftigte jetzt wissen müssen
Parallel läuft die Investorensuche, weil ein Einstieg frisches Kapital und neue Planungssicherheit bringen kann. Ziel bleibt, alle 104 Filialen langfristig zu erhalten und dafür braucht es ein tragfähiges Konzept. Die Geschäftsführung will dazu Gespräche führen, während der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fortgesetzt werden soll.
Für die Belegschaft ist vor allem die Lohnfrage zentral und hier gibt es zunächst eine klare Zusage. Die Gehälter sind für drei Monate über Insolvenzgeld gesichert, was Zeit für die Sanierung schafft. Danach hängt vieles davon ab, ob ein Kapitalgeber einsteigt und der Onlineshop seine Rolle im Umsatzmix weiter ausbaut.
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