Rekordstrommenge aus Wind und Solar – Milliarden für EEG-Kosten und teure Stromimporte

Die im Jahr 2025 erzeugte Rekordstrommenge aus Wind und Solar traf auf ein System, das Überschüsse teuer macht und Engpässe nicht verhindert. Zugleich wachsen EEG-Kosten, sowie die Kosten für Stromimporte, Dunkelflaute-Risiken und den Netzausbau, weil Netze und Reservekapazitäten nicht im gleichen Tempo nachziehen. Damit zahlen Stromkunden und Steuerzahler für Ausgleich und Vorhaltung, obwohl der Ausbau der Erneuerbaren weiter Rekorde liefert.


Rekordstrommenge und Systemrealität – Dunkelflaute bleibt das Nadelöhr

Im dritten Quartal 2025 stammten laut Statistischem Bundesamt erstmals fast zwei Drittel des Stroms aus Wind, Sonne, Biogas und Laufwasser; insgesamt entfielen 62,7 Prozent der in Deutschland erzeugten Energie auf erneuerbare Quellen. Allerdings entscheidet nicht die Jahresquote über Stabilität, sondern die Leistung in kritischen Stunden. In Phasen mit Windstille und schwacher Sonneneinstrahlung fehlt verlässlich einspeisbarer Strom und genau dort zeigt die Dunkelflaute ihre Härte. Der Rekordertrag an guten Tagen ändert daran wenig.

Rekordstrommenge aus Erneuerbaren treiben EEG-Kosten, sowie Kosten für Stromimporte, Dunkelflaute und Netzausbau in die Höhe
Rekordstrommenge aus Erneuerbaren treiben EEG-Kosten, sowie Kosten für Stromimporte, Dunkelflaute und Netzausbau in die Höhe

Seit 2020 stieg die installierte Leistung der Onshore-Windkraft um rund 14 Gigawatt, also um etwa ein Viertel. Währenddessen erzeugten die Anlagen 2025 nicht mehr Strom als 2020, weil Wetter und Standortqualität den Ertrag begrenzen. Auch Photovoltaik zeigt laut den genannten Zahlen einen Sättigungseffekt: Verdoppelte Leistung führte in fünf Jahren nur zu rund 50 Prozent mehr Erzeugung. Damit steigt zwar die Menge, doch die Systemfrage bleibt offen.

EEG-Kosten und Negativpreise: Risiko wandert zur Allgemeinheit

Wenn viel Solar- und Windstrom gleichzeitig einspeist wird, rutschen die Börsenpreise häufiger nach unten. Darum entstehen Verluste, sobald Netzbetreiber zu festen EEG-Entgelten abnehmen müssen, obwohl der Markt den Strom kaum vergütet. Für 2025 stehen erneut 18 Milliarden Euro Ausgleichszahlungen an Übertragungsnetzbetreiber im Raum, und damit bleiben die EEG-Kosten ein zentraler Preistreiber. Um die Kosten in den Griff zu bekommen mus die bedingungslose EEG-Förderung der regenerativen Energieerzeugung beendet werden. Die Förderumlage wirkt wie ein Schutzschirm für Erzeuger, doch sie belastet Haushalte und Betriebe.

Parallel verteuert sich die Infrastruktur, weil Erzeugung und Verbrauch räumlich auseinanderliegen. Außerdem beziffert die Darstellung die bisherigen Kosten des Netzausbau auf rund 500 Milliarden Euro, die über Netzentgelte bei allen ankommen. Eine Netzerweiterung über Hunderte Kilometer bindet Kapital und Zeit, obwohl Engpässe weiter auftreten. Deshalb gewinnt die Forderung nach regionalen Lösungen Gewicht, weil sie vorhandene Netze besser auslastet und Planungslasten senkt. Auch hier bleibt die Rekordstrommenge ohne passenden Netzrahmen teuer.


Stromimporte trotz Ausbau: Von Exporterlösen zur Abhängigkeit

Deutschland deckt Lücken zunehmend über Strom aus dem Ausland, obwohl im Inland massiv investiert wird. Dennoch nennen die Zahlen für 2025 rund 77 Terawattstunden aus dem Ausland, zum größten Teil Atomstrom und damit steigen die Stromimporte strukturell. Die Energieeinfuhren kosten jährlich etwa 2,4 Milliarden Euro an ausländische Versorger. 2010 sah die Lage anders aus: Damals liefen 21,4 Gigawatt Kernkraft und 79,4 Gigawatt fossile Kraftwerke und Deutschland verdiente als Nettoexporteur bis zur Abschaltung der letzten Kernkraftwerke jährlich über 2,5 Milliarden Euro.

Als Antwort auf die Dunkelflaute rücken wasserstofffähige Gaskraftwerke in den Mittelpunkt, weil sie Reserve liefern sollen. Gleichzeitig fehlt nach dieser Lesart ein belastbares Geschäftsmodell, obwohl die Politik Kapazitätszahlungen als Lösung diskutiert: Geplant waren 20 Anlagen, später standen 40 im Raum, und am Ende erlaubte die EU zwölf Kraftwerke. Die Vorhaltungskosten laufen ganzjährig, und damit steigen EEG-Kosten und Netzentgelte indirekt weiter, wenn der Kapazitätsmechanismus auf die Stromrechnung durchschlägt.

Netzausbau, Technologieoffenheit und der Blick nach China

China dient oft als Vergleich, doch der Systemmix bleibt dort anders. Schließlich stammen dort laut Darstellung rund 20 Prozent des Stroms aus Wind und Solar, während Kohle (60 Prozent), Wasserkraft (15 Prozent) und Kernenergie (5 Prozent) die Grundlast stabilisieren. Das dämpft die Wirkung einer Dunkelflaute, weil regelbare Leistung schnell reagieren kann. Für Deutschland verschärfen sich dagegen Stromimporte und Netzausbau, wenn fluktuierende Erzeugung ohne ausreichend Speicher und Netzkapazität wächst. Eine Rekordstrommenge aus Erneuerbaren wirkt dann wie ein statistischer Erfolg, aber nicht wie eine Garantie für Versorgungssicherheit.

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