Pleite-Welle in der Schweiz 2025: Firmenkonkurse und Privatkonkurse steigen rasant

Im Jahr 2025 wurde die Schweiz von einer Pleite-Welle in voller Breite getroffen denn Firmenkonkurse und Privatkonkurse sind auf einen neuen Rekordwert geschossen. Creditreform meldet 14’958 Firmenkonkurse, was einem Plus von über 30 Prozent entspricht. Auch der Privatkonkurs legt zu, während die neue Praxis viele Fälle schneller in ein formelles Verfahren führt. Die Pleite-Welle einen klaren Treiber: Eine Reform verändert das Vorgehen öffentlicher Gläubiger und dadurch landen deutlich mehr Fälle im Konkursverfahren (blick: 31.12.25).


Pleite-Welle nach Reform: Öffentliche Gläubiger ziehen Konsequenzen

Eine Gesetzesänderung setzt den zentralen Impuls, zudem zwingt sie öffentliche Stellen zu einem klareren Vorgehen. Seit Anfang 2025 betreiben die öffentliche Hand und Betriebe des öffentlichen Rechts säumige Unternehmen direkt auf Konkurs. Damit handeln diese Kreditgeber ähnlich wie private Gläubiger und die Zahl der Firmenkonkurse steigt schon durch die strengere Verfahrenswahl.

Pleite-Welle 2025: Firmen- und Privatkonkurse steigen in der Schweiz – seit der Reform setzen öffentliche Gläubiger Konkurs konsequent durch
Pleite-Welle 2025: Firmen- und Privatkonkurse steigen in der Schweiz – seit der Reform setzen öffentliche Gläubiger Konkurs konsequent durch

Früher wählten Behörden häufig eine andere Schiene, deshalb blieb mancher Fall länger im System. Die «Betreibung auf Pfändung» habe oft nur bewirkt, dass bereits konkursreife Firmen weiterliefen, so Creditreform. Jetzt schiebt die Reform solche Fälle schneller ins Insolvenzverfahren, sodass der Markt weniger Raum für strukturell überschuldete Unternehmen lässt.

Firmenkonkurse im Detail: Insolvenzverfahren dominieren das Bild

Creditreform ordnet den Anstieg sachlich ein, während die Statistik die neue Realität abbildet. Vier von fünf Firmenkonkursen resultieren aus Insolvenzverfahren und etwa ein Fünftel folgt Löschungen wegen Organisationsmängeln. Damit steigt die Zahl der Firmeninsolvenzen nicht nur wegen Konjunktur, sondern auch wegen konsequenterer Formalisierung im Konkursverfahren.

Auffällig bleibt die Größenordnung der Zusatzfälle, allerdings spricht Creditreform von einem reformgetriebenen Effekt. Rund 3500 zusätzliche Firmenkonkurse stehen im Raum und die überwiegende Mehrheit dürfte direkt aus der Gesetzesänderung resultieren. Mehrere Kantone hinken noch hinterher, sodass ein Nachlauf möglich bleibt und die Pleite-Welle regional weiter nachzeichnet.


Privatkonkurs steigt: Nachlässe treiben die Quote

Parallel zur Pleite-Welle bei Firmen wächst der Privatkonkurs deutlich, weil viele ausgeschlagene Nachlässe in ein Verfahren münden. Creditreform beziffert die Privatkonkurse auf über 9800, was knapp 12 Prozent mehr als im Vorjahr bedeutet. Häufig entsteht der Fall erst, wenn Erben Verbindlichkeiten nicht übernehmen und Gläubiger dann geordneten Zugriff suchen.

Zudem endet der Rückgang bei Konkursen lebender Privatpersonen, dennoch erklärt Creditreform diesen Umschwung auch mit Spätfolgen der Corona-Zeit. Damals stabilisierten Unterstützungen manche Haushalte, heute zeigen sich Liquiditätslücken schneller. In der Praxis mündet das häufiger in eine Verbraucherinsolvenz, während die Konkursflut insgesamt ein Signal für strengere Durchsetzung und geringere Toleranz gegenüber Zahlungsstockungen bleibt.

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