Nach mehr als 160 Jahren endet die Geschichte des Holzunternehmens Mocopinus aus Baden-Württemberg in der Insolvenz. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm teilte am 5. März 2026 mit, dass im Zuge des gescheiterten Insolvenzverfahrens alle drei deutschen Standorte stillgelegt werden. Auslöser ist, dass die Geschäftsführung trotz intensiver Suche keinen Investor für den Betrieb oder einzelne Unternehmensteile fand. Betroffen sind rund 270 Beschäftigte in Ulm, Karlsruhe und Ammelshain bei Leipzig. Während in Karlsruhe und Ammelshain noch bestehende Aufträge abgearbeitet werden, läuft der Betrieb nur noch befristet weiter und wird danach vollständig eingestellt (t-online: 07.03.26).
Investorenprozess endet ohne Rettung
Mocopinus hatte Anfang Dezember 2025 Insolvenz angemeldet und danach ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Seitdem suchten die Geschäftsführung und gerichtlich bestellte Berater nach einer tragfähigen Fortsetzung für das Unternehmen. Eine Lösung kam jedoch nicht zustande, weshalb nun die Stilllegung beschlossen wurde.

Der Fall trifft einen traditionsreichen Industriebetrieb mit langer Geschichte. Nach Unternehmensangaben geht Mocopinus auf ein 1865 gegründetes Sägewerk zurück. Heute zählt die Firma zu den führenden Industriehobelwerken Europas. Sie produziert an den Standorten Karlsruhe und Ammelshain, während die Verwaltung in Ulm sitzt.
CEO Ulrich Braig nannte die Entscheidung einen schweren Einschnitt. Er erklärte: „Das ist ein extrem bitterer Tag für Mocopinus und unsere Mitarbeitenden“. Zugleich betonte er, dass das Unternehmen bis zuletzt versucht habe, den Betrieb vor der Insolvenz zu retten. Selbst eine operative Stabilisierung in den vergangenen Wochen reichte jedoch nicht aus, um einen Käufer zu gewinnen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Produktion läuft nur noch auf Zeit
Die Beschäftigten erfuhren die Entscheidung in einer Mitarbeiterversammlung. Am Standort Karlsruhe arbeiten etwa 180 Menschen, in Ammelshain rund 60 und in der Verwaltung in Ulm etwa 30. Außerdem informierte die Geschäftsführung auch die Betriebsräte über das endgültige Aus.
Für Kunden bedeutet die Entscheidung keinen sofortigen Produktionsstopp. In Karlsruhe und Ammelshain sollen die Werke bestehende Aufträge in den kommenden Monaten noch geordnet fertigstellen und ausliefern. Danach endet der Geschäftsbetrieb vollständig, weshalb nicht nur Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch ein traditionsreicher Name aus der deutschen Holzindustrie verschwindet. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH in Aitrach im Kreis Ravensburg bleibt von der Stilllegung vorerst unberührt. Für dieses Unternehmen laufen weiterhin Gespräche über eine mögliche Zukunft.
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