Milliardenauftrag für Rheinmetall-Drohne – Insider warnen vor gravierenden Mängeln

In Deutschland eskaliert der Streit um neue militärische Drohne für die Bundeswehr, wobei Rheinmetall mit dem System RAIDER im Zentrum steht. Aus dem Verteidigungsministerium kommen deutliche Zweifel an der Einsatzreife, obwohl ein Rahmenvertrag über rund 2,5 Milliarden Euro vorgesehen ist. Auslöser sind interne Hinweise auf nur zwei relevante Testflüge, fehleranfällige Technik und fehlende Integration in militärische Führungsstrukturen. Zudem wurden Einsätze gegen einfache Panzerattrappen offenbar kaum realitätsnah geprüft. Der größte Risikofaktor liegt daher in einem System, das laut Insidern noch nicht marktreif ist. Gleichzeitig benötigt die Bundeswehr für die Litauen-Brigade dringend einsatzfähige Fähigkeiten. Die Folgen zeigen sich bereits, denn im Bundestag wächst die Kritik. Außerdem droht, dass Beschaffung und tatsächlicher Bedarf der Truppe zeitlich auseinanderlaufen (berliner-zeitung: 12.04.26).


Rheinmetall-Drohne nur minimal getestet

Nach Insider-Informationen stützt sich die Beschaffungsgrundlage für RAIDER auf lediglich zwei Testflüge. Dabei wurden statische und ungetarnte Ziele beschossen, konkret zwei aufblasbare Panzerattrappen in weniger als einem Kilometer Entfernung zum Startpunkt. Außerdem bedienten nicht Soldaten der Bundeswehr das System, sondern Mitarbeiter des Herstellers, weshalb offen bleibt, wie sich die Drohne unter realen Einsatzbedingungen durch militärisches Personal nutzen lässt.

Rheinmetall soll Milliarden für RAIDER erhalten, obwohl Insider nur minimale Tests, technische Mängel und Risiken für die Bundeswehr sehen
Rheinmetall soll Milliarden für RAIDER erhalten, obwohl Insider nur minimale Tests, technische Mängel und Risiken für die Bundeswehr sehen

Hinzu kommen technische Probleme, die schon diese wenigen Tests belasteten. Laut den Angaben versagte der Zünder des Boosters zweimal, während beim Start starke Geräuschstörungen auftraten. Zugleich soll ein vollständig entwickelter Booster noch fehlen, die Batterie als unzureichend gelten und der reale Testablauf vom ursprünglich geplanten Verfahren abgewichen sein.

Konkurrenz liefert, während der Zeitplan kippt

Besonders brisant ist der Vergleich mit den kleineren Anbietern Helsing und Stark. Beide Unternehmen sollen ihre Systeme Ende November bis Anfang Dezember 2025 in realer Gefechtsführung eingebunden und nach anfänglichen Problemen eine Trefferquote von mehr als 95 Prozent erreicht haben. Außerdem haben sie die munitionstechnische Qualifizierung bereits abgeschlossen, obwohl sie bei diesem Großauftrag deutlich stärker unter Zeitdruck stehen.

Während die Start-ups ihre Nachweise früher liefern mussten, erhält Rheinmetall laut Vertrag mehr Zeit. Für Helsing und Stark galt demnach der 30. September 2026 als Frist für die Qualifikation, während Rheinmetall bis zum 30. April 2027 Zeit bekommt. Deshalb wächst der Verdacht, dass hier nicht die tatsächliche Reife des Produkts entscheidet, sondern die politische Bevorzugung eines großen Konzerns.


Milliardenvertrag trifft auf militärisches Risiko

Die Zweifel betreffen nicht nur einzelne Bauteile, sondern die militärische Verwendbarkeit insgesamt. Das System ist laut den Informationen noch nicht in das Unmanned Management System der Bundeswehr eingebunden, obwohl genau diese Anbindung für die operative Führung unbemannter Systeme zentral ist. Gleichzeitig erzeugt der Start derzeit eine hohe Sicht- und Geräuschsignatur, was die Position rasch verraten und damit den taktischen Nutzen stark einschränken kann.

Damit wächst das Risiko für die Bundeswehr an einem besonders sensiblen Punkt. Die Litauen-Brigade soll bis 2027 voll ausgestattet sein, jedoch soll die volle Produktionskapazität von bis zu 5000 Lenkflugkörpern jährlich erst ab 2028 bereitstehen. Deshalb könnte am Ende ein Milliardenprojekt vorgezogen werden, obwohl das System weder technisch ausgereift noch rechtzeitig in der nötigen Stückzahl verfügbar ist.

Lesen Sei auch:

Nach oben scrollen