Nach dem Brand eines Mercedes EQE in einer Tiefgarage im südkoreanischen Incheon im August 2024 hat die Wettbewerbsbehörde KFTC gegen Mercedes-Benz eine Strafe von rund sieben Millionen Euro verhängt. Die Behörde wirft dem Hersteller vor, Käufer und Händler bei Elektroautos der Reihen EQE und EQS nicht klar über den tatsächlichen Lieferanten der Batteriezellen des Akkus informiert zu haben. Auslöser der Untersuchung war der Fahrzeugbrand, während Ermittler im betroffenen Wagen Zellen des chinesischen Herstellers Farasis Energy fanden. In Verkaufsunterlagen wurde jedoch vor allem CATL hervorgehoben. Nach Ansicht der Behörde entstand so ein erhebliches Risiko für Fehlentscheidungen beim Kauf. Betroffen sind rund 3.000 Fahrzeuge, außerdem wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet (auto-motor-und-sport: 12.03.26).
Akku-Brand bei einem EQE in Incheon löste Ermittlungen aus
Der Fall begann mit dem Feuer in einer Tiefgarage in Incheon. Danach untersuchten die Behörden das betroffene Fahrzeug genauer. Dabei fanden sie Batteriezellen von Farasis Energy. Zugleich prüfte die KFTC Werbematerialien und interne Händlerunterlagen von Mercedes.

Nach Angaben der Behörde lag genau dort das Problem. In den Unterlagen standen vor allem Hinweise auf Batterien von CATL. Ein klarer Verweis auf Fahrzeuge mit Farasis-Zellen fehlte jedoch. Deshalb könnten Händler auch den EQE mit einer Technik beworben haben, die nicht in jedem Fahrzeug verbaut war.
Verkauf von 3.000 Fahrzeugen brachte Mercedes unter Druck
Zwischen Juni 2023 und August 2024 wurden nach Ermittlerangaben in Südkorea rund 3.000 Fahrzeuge mit Akkus von Farasis Energy verkauft. Der Gesamtwert dieser Verkäufe lag bei rund 176 Millionen Euro. Deshalb wertete die Behörde den Fall nicht als Einzelfall. Vielmehr sah sie ein systematisches Problem in der Vermarktung.
Die Strafe entspricht nach Angaben der KFTC rund vier Prozent des Umsatzes mit diesen Fahrzeugen. Damit verhängte die Behörde die höchstmögliche Sanktion für unlautere Geschäftspraktiken. Außerdem leitete sie den Vorgang an die Staatsanwaltschaft weiter. Nach ihrer Darstellung könnten sowohl die deutsche Konzernzentrale als auch die südkoreanische Tochter an der Erstellung und Verbreitung der Unterlagen beteiligt gewesen sein.
Mercedes-Benz Korea widerspricht der Entscheidung jedoch in zentralen Punkten. Das Unternehmen erklärte, man respektiere die Entscheidung der Behörde, sei aber mit der endgültigen Bewertung nicht einverstanden. Deshalb prüft Mercedes rechtliche Schritte und erwägt eine Verwaltungsklage. Zugleich betont der Konzern, Medien und Kunden korrekt über Fahrzeuge und Technik informiert zu haben. Der Fall um EQE und EQS dürfte den Druck auf Hersteller erhöhen, Batterie-Lieferanten künftig noch klarer offenzulegen.
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