Mercedes investiert 7 Milliarden Dollar in den USA und verlagert GLC-Produktion nach Alabama

Mercedes-Benz baut sein US-Geschäft deutlich aus. Der Stuttgarter Autobauer kündigte am Dienstag im Werk Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama zusätzliche Investitionen von sieben Milliarden Dollar an, während allein vier Milliarden Dollar bis 2030 an den Standort fließen sollen. Anlass war die Vorstellung überarbeiteter GLE- und GLS-Modelle, doch im Kern reagiert der Konzern auf ein verschärftes Handelsumfeld mit höheren US-Zöllen auf Autoimporte aus Europa. Die wichtigste Folge: Mercedes stärkt seine Fertigung in den Vereinigten Staaten und will deshalb künftig auch die nächste Generation des Mittelklasse-SUV GLC in Alabama bauen. Für Produktion, Lieferketten und Marktstrategie ist das ein zentraler Schritt, weil die USA trotz der neuen Hürden einer der wichtigsten Zukunftsmärkte des Unternehmens bleiben.#


Zölle erhöhen den Druck auf europäische Exporte

Der Ausbau der US-Produktion ist vor allem eine Antwort auf die neuen Importzölle. Seit August fallen auf Autoexporte aus Europa in die USA 15 Prozent Zoll an, während zuvor nur 2,5 Prozent galten. Dadurch steigen die Kosten spürbar, und deshalb gewinnt die Fertigung direkt vor Ort für Mercedes weiter an Bedeutung.

Mercedes investiert 7 Milliarden Dollar in das Werk Tuscaloosa in den USA und verlagert die GLC-Produktion von Bremen nach Alabama
Mercedes investiert 7 Milliarden Dollar in das Werk Tuscaloosa in den USA und verlagert die GLC-Produktion von Bremen nach Alabama

US-Chef Jason Hoff stellte die Stoßrichtung klar vor. „Wir werden unser Geschäft weiter ausbauen“, sagte er vor Reportern in Alabama. Mercedes wolle zudem sicherstellen, dass Fahrzeuge „mit deutscher Ingenieurkunst hier in den Vereinigten Staaten zu einem wettbewerbsfähigen Preis gebaut werden“. Das zeigt, dass der Konzern seine Präsenz nicht nur absichern, sondern zugleich wirtschaftlich robuster machen will.


Tuscaloosa wird für Mercedes noch wichtiger

Das Werk in Tuscaloosa gehört schon heute zu den wichtigsten Standorten des Herstellers. Dort entstehen unter anderem die SUV-Modelle GLE, GLS und GLE Coupé, während auch Elektromodelle sowie Versionen von AMG und Maybach vom Band laufen. Die Fahrzeuge gehen sowohl in den US-Markt als auch in den weltweiten Export, und deshalb hat der Standort für Mercedes eine doppelte Funktion.

Von den nun angekündigten sieben Milliarden Dollar sollen allein vier Milliarden Dollar bis 2030 nach Tuscaloosa fließen. Hoff erklärte, das Geld gehe in „neue Produkte, neue Infrastruktur und die großartigen Mitarbeiter von Mercedes“, nannte jedoch keine Einzelprojekte. Klar ist trotzdem die Richtung, denn Mercedes will Kapazitäten stärken und den Standort weiter ausbauen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben zudem schon in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt eine Milliarde Dollar pro Jahr in den USA investiert.

Mercedes will GLC künftig direkt in den USA bauen

Besonders wichtig ist die geplante Verlagerung beim GLC. Die nächste Generation des Mittelklasse-SUV soll künftig in den USA produziert werden, obwohl das Modell bisher im Werk Bremen gebaut wird. Mercedes senkt damit seine Abhängigkeit von Importen, und zugleich reagiert der Hersteller direkt auf die gestiegenen Zollkosten.

Der GLC spielt für den US-Markt eine Schlüsselrolle. Er gehört zu den meistverkauften Mercedes-Modellen in den Vereinigten Staaten und wird so häufig wie kein anderes Modell in die USA exportiert. Hoff sprach deshalb von der Fortsetzung der „Lokalisierungsstrategie“. Mit der zusätzlichen GLC-Produktion würden fortan „alle unsere wichtigsten SUV-Modelle hier in Tuscaloosa gebaut und für den US-Markt bereitstehen“. Parallel dazu präsentierte Mercedes die überarbeiteten GLE- und GLS-Modelle, die vor allem im Innenraum größere Veränderungen erhalte. Dazu sollen erhalten die neuen Modelle mit MB.OS eine verbesserte Softwarearchitektur.

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