McCain legt den Bau einer neuen Pommesfabrik im niedersächsischen Mehrum vorerst auf Eis. Bis zu eine Milliarde Euro wollte der Lebensmittelkonzern auf dem Gelände des früheren Kohlekraftwerks investieren. Zugleich sollten dort bis zu 650 neue Arbeitsplätze entstehen. Doch gestiegene Projektkosten, Überkapazitäten in der europäischen Kartoffelverarbeitung und eine schwächere Nachfrage haben die Kalkulation verändert. Bund und Land hatten für das Vorhaben Fördermöglichkeiten von rund 60 Millionen Euro mobilisiert. Für die Region bedeutet die Entscheidung deshalb den Verlust einer der größten angekündigten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre.

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McCain zieht Konsequenzen aus veränderter Marktlage
Das Unternehmen hatte die Wirtschaftlichkeit des Projekts erneut überprüft. Danach entschied sich McCain, die Fabrik in ihrer bisher geplanten Form nicht zu bauen. Der Konzern verweist neben höheren Investitionskosten auch auf eine schwächere Nachfrage nach verarbeiteten Kartoffelprodukten in Europa.
Ganz beendet sind die Pläne für Deutschland allerdings nicht. McCain bezeichnet den deutschen Markt weiterhin als bedeutend und will alternative Investitionsmöglichkeiten prüfen. Dennoch ist die ursprünglich angekündigte Milliardeninvestition damit vorerst vom Tisch. Auch die bis zu 650 Arbeitsplätze, die mit dem neuen Werk entstehen sollten, werden nicht geschaffen.
Rund 60 Millionen Euro Förderung änderten die Rechnung nicht
Politisch hatte das Projekt erhebliche Unterstützung erhalten. Niedersachsen half bei der Einwerbung von rund 50 Millionen Euro Bundesmitteln. Zusätzlich standen etwa zehn Millionen Euro aus Landesprogrammen im Raum. Dennoch reichte diese Förderung offenbar nicht aus, um die veränderte wirtschaftliche Kalkulation auszugleichen.
Das Werk sollte auf Flächen am früheren Kraftwerk Mehrum entstehen. Dort endete 2024 die Kohleverstromung, während Politik und Kommunen nach neuen industriellen Nutzungen suchten. Die Pommesfabrik galt deshalb als wichtiger Baustein für den Strukturwandel. Nun bleibt offen, welche größere industrielle Ansiedlung das Gelände künftig nutzen könnte.
Auch Kartoffelbauern verlieren einen geplanten Großabnehmer
Die Entscheidung betrifft jedoch nicht nur den Arbeitsmarkt. Das Werk hätte große Mengen Kartoffeln benötigt und damit zusätzliche Absatzmöglichkeiten für Landwirte in Niedersachsen geschaffen. Einige Erzeuger hatten bereits Gespräche über Lieferverträge geführt. Außerdem liefen Vorbereitungen für eine regionale Organisation der Rohstoffversorgung.
Gerade deshalb reicht die Wirkung des Projektstopps weit über Mehrum hinaus. Landwirtschaft, Logistik und weitere Dienstleister hätten von der neuen Fabrik profitieren können. McCain begründet den Rückzug zwar vor allem mit Markt- und Kostenfaktoren. Für die Region bleibt dennoch eine Investitionslücke in Milliardenhöhe.
Milliardenprojekt sollte ehemaligen Kraftwerksstandort neu beleben
Der Standort galt zunächst als günstig. Das Gelände liegt am Mittellandkanal und verfügt über eine industrielle Vorgeschichte sowie bestehende Verkehrsanbindungen. Gleichzeitig gab es jedoch Probleme mit belasteten Böden, die Vorarbeiten erschwerten. McCain nennt diese Altlasten allerdings nicht als entscheidenden Grund für den jetzigen Projektstopp.
Damit endet vorerst eine der größten Ansiedlungshoffnungen im Landkreis Peine. Aus einem Projekt mit bis zu einer Milliarde Euro Investitionsvolumen und 650 geplanten Arbeitsplätzen wird zunächst nichts. Zwar könnte McCain später mit einem veränderten Konzept zurückkehren. Die ursprünglich angekündigte Pommesfabrik wird in dieser Form jedoch nicht gebaut.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Top Agrar (03.10.26) – Hildesheimer Allgemeine Zeitung (01.10.26) – t-online (01.10.26)
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