Die LEAG hat im April 2026 ihre großen Batteriespeicher-Pläne in der Lausitz ausgebremst. Im Zentrum steht Jänschwalde in Brandenburg, zudem ist auch Boxberg in Sachsen betroffen. Auslöser sind Überlegungen zu neuen Netzentgelten, die Großspeicher stärker belasten könnten. Damit gerät ein Milliardenprojekt ins Wanken, das Strom aus Wind und Sonne speichern, das Netz stabilisieren und den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg absichern sollte. Das zentrale Risiko liegt in steigenden Zusatzkosten und möglichem Wegfall des Vertrauensschutzes. Die Folgen reichen deshalb von Investitionsstopp bis zu mehr Unsicherheit für Versorgung, Ausbauziele und neue Jobs in der Lausitz (radio-cottbus: 13.04.26).
LEAG sieht Batteriespeicher durch neue Gebühren bedroht
Geplant war in Jänschwalde ein Speicher im Gigawatt-Maßstab. Nach bisher bekannten Angaben sollte die Anlage rund 1.000 Megawatt Leistung und 4.000 Megawattstunden Kapazität erreichen. Zusätzlich läuft in Boxberg ein weiteres Großprojekt mit 400 Megawatt und 1.600 Megawattstunden. Beide Vorhaben gehören zur Strategie, frühere Kohlestandorte in neue Energiezentren umzubauen.

Doch die wirtschaftliche Basis bröckelt. Hintergrund sind Pläne der Bundesnetzagentur, durch die bisherige Vorteile für Batteriespeicher in Frage geraten könnten. Nach Darstellung der Branche galt bislang eine Regelung, nach der Speicher, die vor dem 4. August 2029 ans Netz gehen, für 20 Jahre von Netzentgelten befreit sind. Genau auf diesen Rahmen stützten Investoren ihre Kalkulationen, während ein Wegfall die Kosten massiv erhöhen würde.
Milliardeninvestitionen geraten in der Lausitz ins Wanken
Für die Lausitz wäre ein Scheitern mehr als ein Rückschlag bei einem Einzelprojekt. Die Speicher sollten helfen, schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Zugleich sollten sie die Versorgung nach dem Ende der Kohleverstromung stabiler machen. Ohne solche Großspeicher wird der Umbau des Energiesystems schwieriger, weil Überschüsse aus Wind- und Solarstrom schlechter nutzbar bleiben.
Hinzu kommt die regionale Dimension. Die geplanten Anlagen gelten als Schlüsselprojekte des Strukturwandels an früheren Braunkohlestandorten. Sie stehen außerdem für Investitionen in Milliardenhöhe und für neue industrielle Perspektiven in Brandenburg und Sachsen. Fällt diese Perspektive weg oder verzögert sie sich, verliert die Region an Tempo beim Umbau ihrer Wirtschaft.
Warum die Debatte um Netzentgelte jetzt brisant wird
Die LEAG macht deshalb Druck auf Politik und Regulierung. Aus Sicht des Unternehmens und weiterer Akteure im Speichersektor braucht es verlässliche Regeln, damit laufende und geplante Projekte nicht nachträglich unrentabel werden. Der Konflikt trifft einen Markt, der in Deutschland eigentlich wächst, während ausgerechnet Großspeicher nun zusätzliche Hürden fürchten müssen.
Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Entscheidungen zu Netzentgelten direkten Einfluss auf Jänschwalde, Boxberg und weitere Speicherprojekte haben. Für Brandenburg ist das brisant, weil Versorgungssicherheit, Investitionen und Strukturwandel eng zusammenhängen. Bleibt die Unsicherheit bestehen, dürfte aus einem Prestigeprojekt schnell ein Warnsignal für die gesamte Energiewende in Ostdeutschland werden.
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