Lastenrad-Hersteller VOWAG am Ende – Unternehmen nicht mehr sanierungsfähige

Im sächsischen lauen ist die VOWAG GmbH nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Amtsgericht Chemnitz (AZ: 205 IN 4/26) endgültig gescheitert, weil der Insolvenzverwalter keine Sanierung mehr sieht. Der Betrieb ist praktisch beendet. Auslöser war das Ausbleiben eines Investors. Die Produktion kam bereits zum Stillstand und die Halle wurde schon geräumt. Das Unternehmen entwickelte seit 2020 Elektro-Lastenräder für die letzte Meile, doch die Verkaufszahlen blieben zu niedrig und öffentliche Aufträge fehlten. Gründer Sven Knorr (63) bestätigt das Aus gegenüber BILD, zugleich nennt er die Lage ohne Aussicht auf Rettung. Die Folgen sind klar: keine Fertigung mehr, die Firma ist insolvent und die Angestellten stehen vor dem endgültigen Aus (Bild: 18.02.26).


Gründer bestätigt das Aus und räumt die Halle

Sven Knorr sagt gegenüber BILD: „Alles aus. Die Bude ist insolvent, jede Hoffnung hat sich zerschlagen.“ Damit ist die operative Perspektive erledigt, obwohl die Firmen-Website weiterhin wirbt, die „Verkehrswende aktiv mitgestalten“ zu wollen. Knorr ergänzt: „Die Produktionshalle ist geräumt, wir sind gescheitert.“

VOWAG wollte mit seinen Lastenrädern die Verkehrswende aktiv mitgestalten – das Unternehmen ist insolvent und nicht mehr sanierungsfähig
VOWAG wollte mit seinen Lastenrädern die Verkehrswende aktiv mitgestalten – das Unternehmen ist insolvent und nicht mehr sanierungsfähig

Das Amtsgericht Chemnitz eröffnete das Verfahren, außerdem bestellte es den Rechtsanwalt Dr. Marlon Foit zum Insolvenzverwalter. Foit sollte zunächst nach Investoren suchen, jedoch sieht er dafür offenbar keinen gangbaren Weg mehr. Knorr beschreibt die Einschätzung so: „Er hält uns nicht für sanierungsfähig“. Damit endet die Suche nach einer Fortführung faktisch und VOWAG verliert die letzte Option auf einen Neustart.

Produkt mit klaren Vorteilen, aber Preis als Bremsklotz

Knorr gründete VOWAG 2020 als Maschinenbauer mit einer grünen Logistik-Idee, zugleich setzte er auf ein spezielles Modell namens Cargo M. Das Rad ist nur 98 Zentimeter breit, deshalb gilt es im Alltag eher als Fahrrad und nicht als Auto. Es darf damit vielerorts fahren und braucht weder TÜV noch Führerschein, was für Lieferdienste wichtig ist.

Technisch zielte das Konzept auf schwere Transporte, währenddessen es leise bleiben sollte. Der Akku ermöglicht laut Darstellung bis zu 100 Kilometer Reichweite, außerdem nimmt das Lastenrad bis zu 500 Kilo Zuladung auf. Es fährt bis 25 Sachen, sodass es für innerstädtische Touren gedacht war. Doch ein Punkt stach negativ heraus: Der Preis lag bei mehr als 14.000 Euro, und das begrenzte den Markt spürbar.

Zu wenige Verkäufe und fehlende öffentliche Bestellungen

VOWAG verkaufte nach eigenen Angaben rund 160 Lastenräder aus Plauen, dennoch reichte das nicht für einen stabilen Betrieb. Knorr sagt: „Das ist zu wenig“, und er nennt zudem einen zweiten Engpass. „Es haben auch Bestellungen öffentlicher Stellen gefehlt“, erklärt er, weshalb Planungssicherheit ausblieb.

Ohne größere Rahmenaufträge fehlten Stückzahlen, währenddessen Kosten für Entwicklung, Fertigung und Personal weiterliefen. Das Unternehmen beschäftigte zwischenzeitlich bis zu acht Angestellte, zugleich konnte es die Fixkosten nicht dauerhaft decken. So schrieb die Firma rote Zahlen, und am Ende blieb nur der Gang ins Insolvenzverfahren.


Insolvenzverwalter sieht keine Perspektive mehr

Mit Dr. Marlon Foit übernahm ein Insolvenzverwalter, der zunächst Optionen prüfen sollte, jedoch offenbar zu einem harten Ergebnis kam. Wenn keine Käufer oder Investoren einsteigen, dann endet die Produktion sofort, und genau das scheint passiert zu sein. Knorr beschreibt die Lage als endgültig, außerdem verweist er auf die geräumte Halle als sichtbares Zeichen.

Für den Standort Plauen bedeutet das den Verlust eines spezialisierten Herstellers, währenddessen die Idee der emissionsarmen City-Logistik damit einen Anbieter weniger hat. Für Kunden bleibt zwar die Zahl ausgelieferter Räder, jedoch entsteht die Frage nach Service und Ersatzteilen in einem insolventen Umfeld. Konkrete Zusagen dazu nennt der Quelltext nicht, deshalb bleibt hier nur der Befund: Der Betrieb steht still. Knorr zieht für sich die Konsequenz und will sich nun verstärkt um seine Enkel kümmern.

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