Deutschland und China haben am 19. Mai 2026 in Berlin eine neue Umweltfinanzierung vereinbart. Die KfW stellt dafür einen Kredit über rund 70 Millionen Euro bereit. Das Geld soll die Wasserqualität des stark belasteten Hanjiang-Flusses verbessern. Dort verschmutzen Plastikmüll, Abwasser und belastete Regenwasserabflüsse seit Jahrzehnten das Gewässer. Der Hanjiang gehört zum Einzugsgebiet des Jangtsekiang. Deshalb betrifft das Projekt auch den Meeresschutz. Zugleich wächst in Deutschland die Kritik. Viele Kommunen müssen sparen, obwohl Straßen, Brücken, Schulen, Kliniken, Netze und Katastrophenschutz hohe Investitionen brauchen (focus: 20.05.26).
China erhält KfW-Kredit für stark belasteten Fluss
Der Hanjiang gilt seit den 1980er-Jahren als Umweltproblem. Abfälle und ungeklärte Einleitungen schädigen die Wasserqualität. Deshalb sollen neue Anlagen Schadstoffe früher abfangen. China will damit verhindern, dass weitere Belastungen in größere Flusssysteme gelangen.

Das Projekt umfasst moderne Abwassersysteme. Außerdem soll verschmutztes Regenwasser besser gesammelt und behandelt werden. So sollen Plastik und andere Schadstoffe nicht weiter Richtung Jangtsekiang gelangen. Die Bundesregierung verweist deshalb auf den Schutz internationaler Gewässer.
Kritik an deutscher Finanzierung für China
Der Streit dreht sich jedoch nicht um saubere Flüsse. Umweltschutz bleibt notwendig. Die Kritik richtet sich auf die deutsche Beteiligung an einem Projekt in China. Denn die Volksrepublik zählt längst zu den stärksten Wirtschaftsmächten der Welt.
China investiert massiv in Industrie, Infrastruktur und Technologie. Außerdem tritt das Land in vielen Branchen als direkter Konkurrent Deutschlands auf. Deshalb wirkt der Kredit politisch heikel. Deutschland unterstützt ein Umweltprojekt in einem Staat, der selbst enorme Mittel mobilisieren kann.
Deutschland hat eigene Baustellen
Viele Städte und Gemeinden verschieben Investitionen. Straßen zerfallen, Brücken altern, Schulen melden Sanierungsbedarf. Außerdem steigen die Kosten für Energie, Sicherheit und Verwaltung. Deshalb fragen sich viele Bürger, warum deutsches Kapital in ein Umweltprojekt in China fließt.
Auch die Wasserwirtschaft braucht in Deutschland mehr Geld. Starkregen überlastet vielerorts die Kanalisation. Zudem müssen Leitungen, Rückhaltebecken und Schutzsysteme modernisiert werden. Zugleich wächst der Druck auf Stromnetze, Kliniken und Katastrophenschutz.
Bundesregierung verweist auf Rückzahlung
Die Bundesregierung betont einen wichtigen Punkt. Das Geld soll nicht als klassische Entwicklungshilfe fließen. China muss das Darlehen verzinst zurückzahlen. Dennoch bleibt der Vorgang erklärungsbedürftig.
Die klassische Entwicklungszusammenarbeit mit China endete bereits 2010 weitgehend. Der Grund lag in Chinas wirtschaftlichem Aufstieg. Deshalb stößt das neue Vorhaben auf Skepsis. Deutschland sollte globale Umweltprobleme nicht ignorieren. Doch die Prioritäten müssen nachvollziehbar bleiben.
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