Kraftstoffdiebstahl nach Tankrabatt: Täter zapfen Tausende Liter Diesel ab

Seit dem Ende des Tankrabatts am 30. Juni melden Polizeibehörden in mehreren Bundesländern neue Fälle von Kraftstoffdiebstahl. Allein in Versmold, Münster und Sachsen verschwanden zusammen mehr als 5000 Liter Diesel. Weitere Täter griffen in Brandenburg auf abgestellte Lastwagen zu. Gleichzeitig verteuerte sich Diesel im Juli vom Monatsanfang bis zum Monatsende um 26,8 Cent je Liter. Hohe Preise steigern den Wert der Beute, jedoch fehlt bislang eine bundesweite Statistik für die Wochen seit Juli.


Kraftstoffdiebstahl trifft Tankstellen, Lkw und Baustellen

Mit dem Ende der Steuerentlastung stieg der Dieselpreis bereits vom 30. Juni auf den 1. Juli um durchschnittlich 10,4 Cent. Danach setzte sich die Verteuerung fort. Das Bundeskartellamt ermittelte für Juli einen Durchschnittspreis von 2,097 Euro je Liter. Zwischen Monatsanfang und Monatsende legte Diesel außerdem um 26,8 Cent zu.

Diesel über zwei Euro macht volle Tanks zur Beute: Kraftstoffdiebstahl trifft Baustellen, Rastplätze und Speditionen
Diesel über zwei Euro macht volle Tanks zur Beute: Kraftstoffdiebstahl trifft Baustellen, Rastplätze und Speditionen
Bild: Shutterstock

Damit besaßen 1000 Liter Diesel im Juli rechnerisch einen Tankstellenwert von fast 2100 Euro. Größere Beute erfordert jedoch Tanks, Pumpen und geeignete Transportfahrzeuge. Die jüngsten Fälle sprechen deshalb teilweise für geplante und technisch vorbereitete Taten. Ein bundesweiter Anstieg beim Kraftstoffdiebstahl nach dem Tankrabatt lässt sich dennoch noch nicht statistisch belegen.

2000 Liter aus manipulierter Zapfsäule

Wie professionell einzelne Täter vorgehen, zeigt ein Fall in Versmold-Peckeloh. Ein 34-Jähriger soll am 2. August eine Selbstbedienungszapfsäule manipuliert haben. Danach füllte er zwei Tanks mit zusammen rund 2000 Litern Diesel. Zeugen bemerkten den langen Tankvorgang und alarmierten deshalb die Polizei. Ein Richter ordnete anschließend Untersuchungshaft an.

In Sachsen verschwanden am 22. und 23. Juli ebenfalls mehr als 2000 Liter. Täter zapften bei Aue-Bad Schlema etwa 1000 Liter aus drei Straßenbauwalzen ab. Außerdem stahlen Unbekannte auf einem Parkplatz an der A72 bei Niedercrinitz mehr als 1000 Liter aus einem Fahrzeug. Auslaufender Kraftstoff verursachte in Aue-Bad Schlema einen geschätzten Sachschaden von 20.000 Euro.


Neue Fälle folgen nach dem Preissprung

Auch Münster gehört inzwischen zu diesem Muster. Dort entwendeten Täter zwischen dem 10. und 13. Juli rund 1000 Liter Diesel von einer Baustelle. Sie öffneten den Bauzaun und zapften mehrere abgestellte Fahrzeuge an. Anschließend flohen sie vermutlich mit einem Audi, während die Polizei weiterhin Zeugen sucht.

Anfang August traf es außerdem einen Lastwagen auf einem Parkplatz an der Autobahn 2 in Brandenburg. Während der Fahrer seine Ruhezeit einhielt, verschwanden rund 100 Liter Diesel aus dem Tank eines Aggregats. Die aktuellen Fälle beweisen noch keine bundesweite Zunahme. Sie zeigen jedoch, dass Kraftstoffdiebstahl bei Preisen über zwei Euro je Liter hohe Beutewerte ermöglicht. Besonders gefährdet bleiben deshalb Baustellen, Rastplätze, Speditionen und unbewachte Tankanlagen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Polizei Brandenburg (04.08.26)Polizei Gütersloh (04.08.26)Polizei Nordrhein-Westfalen (30.07.26)MDR (23.07.26)

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