Haushaltssperre im Ilm-Kreis: Personalkosten nicht mehr gedeckt

Im Ilm-Kreis in Thüringen hat Landrätin Petra Enders am 2. September 2026 eine Haushaltssperre auf den Weg gebracht. Die vorläufige Ist-Bewertung zeigt ungedeckte Ausgaben, während selbst die Rücklagen das Defizit nicht mehr ausgleichen können. Zusätzlich blieben überplanmäßige Personalkosten ohne Genehmigung. Damit fehlen für einen Teil der laufenden Verpflichtungen eingeplante Mittel, obwohl der Landkreis seine Beschäftigten weiter bezahlen muss.


Haushaltssperre folgt nur Monate nach dem Haushaltsbeschluss

Die finanzielle Schieflage kommt jedoch nicht völlig überraschend. Der Haushalt für 2026 umfasst rund 227 Millionen Euro und damit etwa 13 Millionen Euro mehr als 2025. Schon bei der Einbringung Ende 2025 warnte Enders vor erheblichen finanziellen Unsicherheiten.

Im Ilm-Kreis erzwingt das Defizit eine Haushaltssperre. Selbst zusätzliche Personalkosten sind nicht gedeckt, Rücklagen reichen nicht
Im Ilm-Kreis erzwingt das Defizit eine Haushaltssperre. Selbst zusätzliche Personalkosten sind nicht gedeckt, Rücklagen reichen nicht
Bild: Shutterstock

Die Haushaltsberatungen zogen sich deshalb über Monate hin. Erst Ende Mai beschloss der Kreistag den Etat nach zahlreichen Diskussionen über Kürzungen und Einsparmöglichkeiten. Die jetzige Haushaltssperre folgt damit nur gut drei Monate nach der ursprünglichen Haushaltsdebatte.

Schon 2025 fehlten 1,61 Millionen Euro für Personalkosten

Bereits im vergangenen Jahr musste der Landkreis bei seinen Personalausgaben nachsteuern. Im November 2025 genehmigte der Kreistag zusätzliche Ausgaben von insgesamt 1,61 Millionen Euro. Damals konnte der Kreis das Geld jedoch noch vollständig aus seiner allgemeinen Rücklage entnehmen.

Genau diese Reserve reicht nach der aktuellen Einschätzung nun nicht mehr aus. Der Dringlichkeitsantrag der Landrätin nennt deshalb eine haushaltswirtschaftliche Sperre als Konsequenz. Gleichzeitig erhielten überplanmäßige Ausgaben für Personalkosten keine Genehmigung.


Thüringens Kommunen müssen mit weniger Steuereinnahmen rechnen

Hinzu kommt eine ungünstigere Einnahmeentwicklung in Thüringen. Die Mai-Steuerschätzung senkte deshalb die Erwartungen für die Kommunen des Landes. Für 2026 rechnet das Finanzministerium mit 24 Millionen Euro weniger als noch im Oktober 2025. Bis 2030 summiert sich die Korrektur sogar auf 131 Millionen Euro.

Die Haushaltssperre im Ilm-Kreis trifft damit auf eine ohnehin schwierige kommunale Finanzlage. Gleichzeitig steigen vielerorts die Ausgaben für Pflichtaufgaben, während sich zusätzliche Belastungen kaum vermeiden lassen. Im Ilm-Kreis hatte die Verwaltung bereits im Frühjahr davor gewarnt, dass weitere Einsparungen zu einem Defizit führen könnten.

Für die Beschäftigten bedeutet die aktuelle Lage jedoch nicht automatisch, dass ihre Gehälter ausbleiben. Arbeitsvertragliche Ansprüche bestehen unabhängig von der haushaltsrechtlichen Deckung weiter. Der Landkreis muss deshalb eine Finanzierung für die zusätzlichen Personalkosten finden, während die Sperre den finanziellen Handlungsspielraum weiter begrenzt. Die aktuelle Entwicklung zeigt damit, wie schnell ein erst wenige Monate alter Kreishaushalt seine kalkulierten Grenzen erreichen kann.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: in Südthüringen (03.09.26)

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