Die Hamburger Hochbahn bestellt erstmals seit 2020 wieder Dieselbusse und plant bis 2029 bis zu 150 neue Fahrzeuge. Der Schritt erfolgt in Hamburg vor dem Hintergrund höherer Kosten für Elektrobusse, unsicherer Fördermittel und wachsender Anforderungen an einen krisenfesten Nahverkehr. Entscheidend ist dabei die Versorgungssicherheit, denn der ÖPNV zählt zur kritischen Infrastruktur. Betroffen sind Fahrgäste, Klimaziele und die weitere Elektrifizierung der Busflotte. Einschränkungen im Betrieb sollen jedoch vermieden werden (welt: 11.05.26).
Hochbahn setzt wieder auf Verbrennertechnik
Die Entscheidung markiert eine deutliche Abkehr von der bisherigen Beschaffungslinie. Seit 2020 kaufte Hamburg für den Stadtverkehr keine neuen Dieselbusse mehr. Dennoch rückt nun die Krisenfestigkeit stärker in den Vordergrund.

Die neuen Fahrzeuge sollen mit HVO100 fahren. Dieser Kraftstoff basiert unter anderem auf behandelten Pflanzenölen und Altfetten. Dadurch sinkt die CO₂-Bilanz gegenüber klassischem Diesel, jedoch verschwinden lokale Emissionen nicht vollständig.
Hohe Kosten bremsen die Elektrifizierung
Elektrobusse bleiben für Verkehrsunternehmen teuer. Ein E-Bus kostet laut Unternehmen etwa zweieinhalbmal so viel wie ein Dieselbus. Deshalb hängt der weitere Ausbau stark von staatlicher Förderung ab.
Die Hochbahn verfügt derzeit über rund 432 Elektrobusse. Das entspricht etwa 39 Prozent der Flotte. Zugleich sollen bis 2031 weitere 240 E-Busse hinzukommen, sofern genug Fördermittel bereitstehen.
Hamburg entfernt sich vom ursprünglichen Klimaziel
Die Bürgerschaft hatte 2019 beschlossen, die Busflotten bis 2030 auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. Dieses Ziel verschob sich später bereits in die frühen 2030er Jahre. Nun dürfte auch dieser Zeitplan schwerer erreichbar werden.
Die Hochbahn hält zwar grundsätzlich an der Elektrifizierung fest. Dennoch zeigt der Dieselauftrag, wie stark Kosten, Ladeinfrastruktur und Krisenvorsorge den Umbau beeinflussen. Für Fahrgäste soll der Betrieb jedoch verlässlich bleiben.
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