Förster warnt vor Windkraft im Wald

Der frühere Förster Josef Erhard warnt in einem YouTube-Video vor den Folgen geplanter Windkraftanlagen im Bayerischen Wald. Anlass ist ein Windvorranggebiet in seinem früheren Revier. Dort sollen laut seiner Darstellung Anlagen in einem Lebensraum mit Luchs, Wildkatze, Fledermäusen und Greifvögeln entstehen. Der Eingriff betrifft jedoch nicht nur einzelne Standorte. Erhard nennt Rodungen, Bodenverdichtung, neue Zufahrten, Kabeltrassen und Betonfundamente als zentrale Folgen. Außerdem warnt er vor Schäden für Tiere, Trinkwasser, Waldboden, Landschaft und Erholungsräume.


Warum der Förster die Bauphase als Hauptproblem sieht

Viele Bürger sehen später nur das fertige Windrad. Der Bau beginnt jedoch mit schweren Eingriffen in den Wald. Für Rotorblätter, Kräne und Schwertransporte brauchen Betreiber breite Wege. Bestehende Forststraßen müssen außerdem ausgebaut werden. Kurvenradien, Lagerflächen und Baustellen verändern ganze Waldabschnitte.

Förster erklärt, warum Windkraft im Wald Straßen, Böden, Tiere und Wasserspeicher dauerhaft verändern kann
Förster erklärt, warum Windkraft im Wald Straßen, Böden, Tiere und Wasserspeicher dauerhaft verändern kann

Erhard verweist besonders auf den Waldboden. Schwere Maschinen verdichten deshalb Flächen, die Wasser speichern und Wurzeln tragen. Auch Kabeltrassen und Entwässerung greifen in den Standort ein. Die Fundamente bleiben zudem tief im Boden. Sie bestehen aus großen Mengen Stahlbeton und verschwinden nach dem Rückbau nicht vollständig.

Rodung trifft Lebensräume und Wasserhaushalt

Der ehemalige Forstmann sieht die Entfernung des Waldes als schwersten Eingriff. Sturm oder Borkenkäfer schädigen Bestände zwar ebenfalls. Danach kann sich der Wald jedoch natürlich erneuern. Eine planmäßige Freimachung für Industrieflächen verändert den Standort dauerhaft. Erhard formuliert seine Kritik knapp: „Windkraft im Wald, das heißt Waldrodung.“

Nach seiner Einschätzung geht es nicht nur um einzelne Bäume. Wälder bieten zugleich Lebensraum, Wasserspeicher und Schutzfläche. In betroffenen Gebieten leben geschützte Arten. Fledermäuse, Greifvögel und Insekten geraten außerdem in den Bereich der Anlagen. Erhard bezeichnet Windräder deshalb als „Schredderanlagen“.


Trinkwasser, Rohstoffe und Stromversorgung bleiben Streitpunkte

Der Wald spielt für Grundwasser und Trinkwasser eine wichtige Rolle. Der Förster verweist deshalb auf mögliche Folgen neuer Wege, Gräben und verdichteter Böden. Solche Eingriffe können Wasserströme verändern. Das betrifft besonders Höhenlagen und sensible Waldstandorte. Der Nutzen der Stromerzeugung müsse deshalb gegen diese Schäden abgewogen werden.

Auch die Materialseite gehört zu seiner Kritik. Rotorblätter, Metalle, Harze und technische Bauteile stammen aus globalen Lieferketten. Außerdem nennt Erhard Abrieb an Rotorblättern als mögliches Umweltproblem. Hydrauliköle und Schmierstoffe sieht er ebenfalls kritisch. Für ihn passt dieses Gesamtbild nicht zum Begriff sauberer Energie.

Erhard kritisiert außerdem die politische Darstellung der Windkraft. Bayern gilt aus seiner Sicht als schwächerer Windstandort. Wirtschaftlich seien Anlagen dort nur durch Förderung attraktiv. Zugleich verweist der Förster auf Zeiten ohne Wind und Sonne. Dann braucht ein Industrieland weiter gesicherte Leistung aus anderen Quellen.

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