F127-Fregatten: Acht Schiffe könnten mehr als 40 Milliarden Euro kosten

Berlin – Die acht geplanten F127-Fregatten der Deutschen Marine könnten nach aktuellen Schätzungen mehr als 40 Milliarden Euro kosten. Bislang galten rund 26 Milliarden Euro als Größenordnung für das Programm. Damit läge der rechnerische Preis bei mehr als fünf Milliarden Euro je Schiff. Als wesentlicher Kostentreiber gelten die amerikanischen Aegis-Systeme für Luft- und Raketenabwehr. Das Verteidigungsministerium nennt jedoch noch keinen belastbaren Endpreis, weil verbindliche Angebote für zentrale Bestandteile fehlen.


F127-Fregatten: Aegis-Technik prägt Kosten und Fähigkeiten

Die neuen Schiffe sollen weit mehr leisten als klassische Flugabwehr. Außerdem plant die Marine Fähigkeiten gegen ballistische Raketen und weitreichende Luftziele. Aegis soll dabei mit dem leistungsfähigen SPY-6-Radar und dem Mk-41-Senkrechtstarter zusammenarbeiten. Die F127-Fregatten sollen deshalb zu den technisch anspruchsvollsten Schiffen der deutschen Flotte gehören. Ihr Einsatzprofil erklärt einen Teil der hohen Kosten, ersetzt aber keine belastbare Kalkulation.

Die F127-Fregatten könnten statt ursprünglich geplanter 26 Milliarden Euro inzwischen mehr als 40 Milliarden Euro kosten
Bild: Shutterstock

Die US-Regierung hatte bereits umfangreiche Systeme für einen möglichen Verkauf an Deutschland freigegeben. Dazu zählen Aegis, SPY-6-Radare, Mk-41-Starter und weitere Ausrüstung. Das genehmigte Paket erreicht einen möglichen Höchstwert von 11,9 Milliarden Dollar. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen endgültigen Kaufpreis. Deshalb lässt sich dieser Betrag nicht einfach zur deutschen Gesamtschätzung addieren.

TKMS widerspricht der 40-Milliarden-Euro-Schätzung

Der vorgesehene Generalauftragnehmer TKMS widerspricht inzwischen der öffentlichen Kostenschätzung. Das Unternehmen erklärte am 28. August, die genannte Summe sei für TKMS „nicht nachvollziehbar“. Sie entspreche außerdem nicht den Kostenanteilen für den Schiffbau bei TKMS und Rheinmetall. Der Konzern verweist darauf, dass die Industrie weiter am Entwurf nach den militärischen Vorgaben arbeitet.

Gleichzeitig wächst das Schiff gegenüber früheren Planungen deutlich. Fachberichte nennen inzwischen 96 Zellen für das Mk-41-Startsystem statt zuvor 64. Damit steigt die mögliche Zahl mitgeführter Flugkörper um 50 Prozent. Außerdem dürfte der größere Waffenbestand zusätzlichen Raum, Energie und Integrationstechnik verlangen. Solche Änderungen können Kosten erhöhen, auch wenn ihre genaue Wirkung bislang nicht öffentlich beziffert ist.


Bundeswehr kann sich weitere Verzögerungen kaum leisten

Die F127-Fregatten sollen ab Mitte der 2030er-Jahre die Flugabwehrfregatten der Sachsen-Klasse F124 ablösen. TKMS hält eine erste Lieferung bis 2034 für möglich, allerdings nur bei einer zeitnahen Beauftragung. Weitere Verzögerungen könnten deshalb eine Lücke beim Ersatz der älteren Schiffe vergrößern. Zugleich braucht die Marine die neue Klasse für weitreichende Luftverteidigung und ballistische Raketenabwehr.

Das Verteidigungsministerium kennt die Folgen aus einem anderen Großprojekt. Im Juni beendete es die Beschaffung der F126 wegen Verzögerungen, Kostensteigerungen und schwer kalkulierbarer Risiken. Als Ersatz setzt die Marine nun auf die kleinere MEKO A-200 DEU. Bei der F127 liegt die Lage jedoch anders, weil ihr Schwerpunkt auf Luft- und Raketenabwehr liegt. Entscheidend wird deshalb sein, welchen Gesamtpreis die verbindlichen Angebote tatsächlich ergeben.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Hartpunkt (28.08.26)Zone Miliaere (28.06.26)Marine Forum (25.08.26)

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