Die Privatbrauerei Eichbaum schließt nach 347 Jahren – 240 Beschäftigte verlieren ihre Stellen

Mannheim – Die insolvente Privatbrauerei Eichbaum leitet seit Montag, 13. Juli 2026, die Stilllegung ihres Werks ein. Der geplante Einstieg eines Investors scheiterte, weil der Betrieb trotz Sanierung Verluste schrieb und Massedarlehen nicht zurückzahlen konnte. Deshalb verlieren rund 240 Beschäftigte voraussichtlich ihre Stellen. Auch die geplante Transfergesellschaft fällt aus. Ein kleines Team soll vorhandene Aufträge bis Ende September abwickeln, während Anlagen und Firmengelände verkauft werden.


Warum die Rettung von Eichbaum endgültig scheiterte

Eichbaum verfügte zuletzt nicht mehr über genügend Geld für den laufenden Betrieb und weitere Verkaufsverhandlungen. Eine Fortführung hätte deshalb die Insolvenzmasse und damit die Ansprüche der Gläubiger geschmälert. Die Geschäftsführung sah nach eigener Darstellung keine wirtschaftlich und insolvenzrechtlich vertretbare Alternative zur Schließung.

Nach gescheiterter Investorensuche beendet die Privatbrauerei Eichbaum den Betrieb. Rund 240 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit
Nach gescheiterter Investorensuche beendet die Privatbrauerei Eichbaum den Betrieb. Rund 240 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit
Bild: Shutterstock

Die Brauerei beantragte Ende Oktober 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Im Januar 2026 eröffnete das Amtsgericht Mannheim das Verfahren, während die Geschäftsführung unter Aufsicht eines Sachwalters weiterarbeitete. Rückläufige Exporte und eine sinkende Inlandsnachfrage hatten zuvor einen Liquiditätsengpass ausgelöst. Auch der Verkauf der Malztrunkmarke Karamalz an Veltins brachte jedoch keine dauerhafte Stabilisierung.

Sanierungsplan sollte zunächst 160 Arbeitsplätze sichern

Noch im Juni sah der Sanierungsplan deutlich anders aus. Rund 160 Beschäftigte sollten ihre Arbeitsplätze behalten, während 83 Mitarbeiter ein Angebot für eine Transfergesellschaft erhalten sollten. Außerdem sollte Park & Bellheimer Teile des Gastronomievertriebs übernehmen. Der Zusammenbruch dieses Konzepts trifft deshalb nun auch Beschäftigte, deren Übergang bereits vorbereitet war.

Eichbaum informierte die Belegschaft am Montag während einer kurzfristig angesetzten Betriebsversammlung. Technikleiter Norbert Erhardt berichtete anschließend: „Ich habe heute morgen Mitarbeiter gesehen, die mit Tränen zur Arbeit gekommen sind.“ Dennoch blieben die Abteilungen besetzt, und die Produktion lief weiter. Der Großteil der Belegschaft soll die Kündigungen in den nächsten Tagen erhalten.


Gewerkschaft fordert Sozialplan für die Beschäftigten

Die Gewerkschaft NGG verlangt nun schnelle Verhandlungen über einen Sozialplan. Sie hält außerdem eine Transfergesellschaft weiterhin für verhandelbar, obwohl das ursprünglich geplante Modell nicht zustande kommt. Bis Ende September sollen noch vorhandene Bestellungen abgearbeitet werden. Danach will die Insolvenzverwaltung sämtliche Vermögenswerte einschließlich des Grundstücks an der Käfertaler Straße verwerten.

Die Schließung fällt in eine schwere Phase für die deutsche Brauwirtschaft. Der Bierabsatz sank 2025 um sechs Prozent auf rund 7,8 Milliarden Liter. Damit erreichte er den niedrigsten Stand seit 1993. Sowohl der Inlandsabsatz als auch die Exporte gingen zurück. Der Markttrend erklärt jedoch nicht allein das Scheitern, denn ausschlaggebend waren die Verluste und die fehlende Finanzierung des Mannheimer Betriebs.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Business Insider (14.07.26)SWR (14.07.26)Mannheimer Morgen (14.07.26)

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