Gary, Indiana, August 2026 – Nach einem schweren Gewittersturm mit Böen bis 159 km/h am 11. August ist die Stromversorgung in Gary erst nach rund zwei Wochen weitgehend wiederhergestellt. Mehr als 38.300 Haushalte und Betriebe der Stadt hatten zeitweise keinen Strom. Im gesamten NIPSCO-Gebiet traf die Sturmserie rund 375.000 Kundenanschlüsse. Heftige Böen zerstörten Leitungen und Masten, während umstürzende Bäume die Schäden zusätzlich vergrößerten. Besonders schwer traf der Ausfall Menschen mit elektrischen Medizingeräten sowie Haushalte ohne Geld für Hotels oder Generatoren. Sieben Menschen starben in Indiana bei sturmbedingten Vorfällen seit dem 11. August. NIPSCO erklärte inzwischen die Wiederherstellung der sturmbedingten Versorgung für abgeschlossen.
Indiana: Schweres Unwetter beschädigte Hunderte Strommasten
Der Sturm traf den Nordwesten des Bundesstaates mit außergewöhnlicher Gewalt. Am Flughafen von Gary registrierten Wetterstationen Böen von 99 Meilen pro Stunde (ca. 159 km/h). Außerdem beschädigte das Unwetter Hunderte Masten und große Teile des Leitungsnetzes. Rund 300 Verteilmasten und 44 Übertragungsmasten mussten während der Wiederherstellung repariert oder ersetzt werden.

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Die Arbeiten entwickelten sich deshalb zu einem großflächigen Wiederaufbau. NIPSCO mobilisierte nach eigenen Angaben mehr als 4.000 interne und externe Kräfte aus 14 US‑Bundesstaaten. Polizei, Rettungskräfte und die Nationalgarde unterstützten die Arbeiten zusätzlich. Dennoch dauerte der Ausfall für einzelne Haushalte fast zwei Wochen. Am Dienstagabend meldete NIPSCO schließlich 99 Prozent der betroffenen Kunden wieder am Netz.
Versorgung kehrt zurück – Folgen bleiben
Während der langen Unterbrechung verdarben Lebensmittel und Klimaanlagen blieben außer Betrieb. Manche Bewohner konnten medizinische Geräte nicht wie gewohnt nutzen. Außerdem verteilten Hilfsorganisationen Essen, Wasser und andere Güter. Schulen mussten ihren Betrieb zeitweise aussetzen oder verschieben. Noch am 25. August unterstützte das Rote Kreuz betroffene Bewohner mit Unterkünften und mobilen Angeboten.
Besonders schwer wiegen die Folgen jedoch in Gary. Mehr als 29 Prozent der Bevölkerung leben laut US-Zensus unterhalb der Armutsgrenze. Das mittlere Haushaltseinkommen liegt bei rund 40.750 Dollar und damit deutlich unter dem Durchschnitt von Indiana. Außerdem hat die mehrheitlich schwarze Industriestadt seit Jahrzehnten mit Bevölkerungsverlust und wirtschaftlichem Niedergang zu kämpfen. Für einkommensschwache Haushalte fehlen deshalb häufig Alternativen wie Hotels, Fahrzeuge oder eigene Notstromversorgung.
Untersuchung soll Milliardeninvestitionen ins Netz prüfen
Der lange Versorgungsausfall beschäftigt deshalb inzwischen auch die Regulierungsbehörden. Gouverneur Mike Braun verlangte eine formelle Untersuchung von NIPSCO. Die Prüfer sollen unter anderem Vegetationspflege, Leitungstrassen und die Vorbereitung auf schwere Unwetter untersuchen. Außerdem geht es um mehr als 81 Millionen Dollar für Vegetationsmanagement zwischen 2023 und 2025. Seit 2016 genehmigten Regulierer nach Angaben der Verbraucherbehörde zudem rund 2,3 Milliarden Dollar für den Ersatz alter Infrastruktur.
Parallel dazu läuft jedoch auch eine juristische Auseinandersetzung. Ein Bewohner des benachbarten Porter County beantragt eine Sammelklage gegen NIPSCO. Er wirft dem Unternehmen mangelhafte Vegetationspflege nahe der Stromleitungen vor. NIPSCO weist diese Darstellung zurück und will sich gegen die Vorwürfe verteidigen. Zugleich kündigte der Versorger vollständige Kooperation mit einer Untersuchung in Indiana an.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: AP News (25.08.26) – wfyi (25.08.26) – Eyewitness News (25.08.26) – The Guardian (24.08.26)
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