Jena – Carl Zeiss Meditec konkretisierte Anfang August 2026 sein Sparprogramm und rechnet weltweit mit 600 bis 700 wegfallenden Arbeitsplätzen. Im Mai hatte der Medizintechnikkonzern noch bis zu 1.000 möglicherweise betroffene Stellen genannt. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer verweist vor allem auf schwache Geschäfte in China und den USA. Zugleich sank das bereinigte EBITA nach neun Monaten von 177 auf 124,5 Millionen Euro. Für Deutschland und den Hauptsitz Jena nennt das Unternehmen bisher keine konkrete Zahl. Dort arbeiten rund 640 Beschäftigte für Meditec, während Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen.
Carl Zeiss leidet unter schwachem Geschäft in China
Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 erreichte der Umsatz 1,554 Milliarden Euro. Das waren 2,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig fiel die bereinigte EBITA-Marge von 11,1 auf 8,0 Prozent. Außerdem sank der Gewinn je Aktie von 1,02 auf 0,80 Euro. Besonders die Augenheilkunde belastet die Bilanz, obwohl sie den größten Teil des Konzernumsatzes liefert.

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In diesem Geschäftsfeld gingen die Erlöse um 4,8 Prozent auf 1,191 Milliarden Euro zurück. Auch in China schwächelte vor allem der Absatz von Intraokularlinsen und refraktiven Lasern. Außerdem verlor eine bifokale Linse ihren Platz in einem staatlich organisierten Beschaffungsverfahren. Meditec nahm deshalb Lagerbestände aus dem Vertrieb zurück. Carl Zeiss reagiert nun mit Kostensenkungen und einer Neuordnung seiner internationalen Strukturen.
Jena wartet weiterhin auf konkrete Zahlen
Für den Standort Jena bleibt der Umfang der Einschnitte offen. Rund 640 Menschen arbeiten dort für Carl Zeiss Meditec. Die gesamte Zeiss-Gruppe beschäftigt in der Stadt jedoch deutlich mehr Mitarbeiter. Das Unternehmen prüft zunächst, ob betroffene Beschäftigte in andere Konzernbereiche wechseln können. Besonders die Halbleitersparte benötigt nach Angaben des Finanzvorstands zusätzliches Personal.
Gleichzeitig baut Meditec seine Produktion in günstigeren Regionen aus. Der Konzern bereitet deshalb einen neuen Fertigungsstandort in Indien vor. Außerdem sollen Kapazitäten in China wachsen und Entwicklungsarbeiten teilweise in Länder mit niedrigeren Kosten wandern. Carl Zeiss verbindet den Personalabbau damit mit einer weitreichenden Neuordnung von Produktion, Entwicklung und Verwaltung.
Sparprogramm soll Ergebnis um mehr als 200 Millionen Euro verbessern
Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 soll das Sparprogramm die jährliche Ergebnisbasis um mehr als 200 Millionen Euro verbessern. Rund 40 Millionen Euro davon benötigt Meditec jedoch allein zum Ausgleich höherer Infrastrukturkosten. Dazu zählen IT-Systeme, konzerninterne Dienstleistungen und Kosten des neuen High-Tech-Standorts in Jena. Mehr als 160 Millionen Euro sollen deshalb als dauerhafte Ergebnisverbesserung verbleiben.
Das dritte Quartal brachte zwar erste Anzeichen einer Stabilisierung, doch die Ertragslage bleibt deutlich schwächer als im Vorjahr. Carl Zeiss Meditec erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITA-Marge soll jedoch nur 8 bis 10 Prozent erreichen. Außerdem rechnet der Konzern in der Augenheilkunde mit einer Wertminderung von rund 150 Millionen Euro. Für die Beschäftigten in Jena bleibt deshalb entscheidend, wie viele Stellen am Ende tatsächlich entfallen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Carl Zeiss Meditec AG (06.08.26) – Ostthüringer Zeitung (06.08.26) – Schwäbische Post (06.08.26)
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