Aus für Teslas 4680-Zelle – sie sollte mehr Reichweite und niedrigere Kosten garantieren

Die 4680-Zelle galt bei Tesla als Zukunftszelle, weil sie mehr Reichweite und zugleich niedrigere Kosten liefern sollte, doch nun kippt diese Rechnung. Beim Kathodenmaterial setzt Tesla offenbar den Rotstift an, da der Cybertruck das nötige Volumen nicht bringt. Das trifft die Gigafactory direkt, und es stellt Teslas Batterieplan strategisch infrage (reuters: 29.12.25).


4680-Zelle: Vertragsschnitt wirkt wie ein Produktionsstopp

Nach Angaben von Reuters schrumpfte ein zentraler Zuliefervertrag für Kathodenmaterial von 2,9 Milliarden US-Dollar auf 7.000 Dollar, und diese Zahl ist mehr als Symbolik. Wer Material in dieser Größenordnung streicht, plant keine Hochläufe mehr, sondern setzt Kapazitäten faktisch außer Betrieb. Tesla hatte die Zelle 2020 als Weg zur Skalierung präsentiert, aber nun passt die Realität nicht zu dieser Story.

Teslas 4680-Zelle galt als Zukunftszelle für mehr Reichweite und niedrigere Kosten. Nun hat Tesla die Lieferverträge mit LG radikal gekürzt
Teslas 4680-Zelle galt als Zukunftszelle für mehr Reichweite und niedrigere Kosten. Nun hat Tesla die Lieferverträge mit LG radikal gekürzt

Die 4680-Zelle hängt zudem am Cybertruck, und genau das macht die Lage so kritisch. Tesla koppelte Technik, Produktion und Nachfrage an ein einziges Fahrzeug, obwohl die Rundzelle erst bei großen Stückzahlen ihre Kostenvorteile zeigen soll. Wenn der Cybertruck aber kein Volumen liefert, dann bleibt die Zelle teuer, und der versprochene Preissprung verpufft.

Cybertruck bleibt Nischenprodukt, und die Gigafactory verliert ihre Auslastungslogik

Tesla wollte in der Gigafactory in Texas bis zu 250.000 Fahrzeuge pro Jahr bauen, doch die Verkäufe blieben deutlich darunter. Für 2024 werden rund 40.000 Einheiten genannt, und für 2025 erwarten Beobachter gerade einmal 20.000 Stück. Damit fehlt der Fabrik der Takt, der Investitionen rechtfertigt, und damit fehlt auch der Batterieplattform die Lernkurve.

Für den Cybertruck wird das zur doppelten Hypothek, weil Tesla jetzt Technikpfade neu ordnen muss. Electrek berichtet, dass Tesla den Akku auch für das „Cybercab“ eingeplant haben soll, und das erhöht die Relevanz der Entscheidung. Wenn Tesla bei der Gigafactory keine stabile Zellversorgung hochzieht, dann muss der Elektropickup entweder auf andere Formate wechseln oder in kleiner Stückzahl verharren.

Subventionen bremsen den Markt, und Kathodenmaterial wird zur Kostenschraube

In den USA rechnen Hersteller derzeit schärfer, weil Subventionen auslaufen oder weniger verlässlich wirken, und dadurch kippen Business-Cases schneller. Reuters verweist auf eine Welle reduzierter Batterievereinbarungen, und das passt zu einem Markt, der nicht mehr jede Kapazität bezahlt. Tesla spürt diese Verschiebung besonders, weil der Konzern ambitionierte Stückzahlen für eigene Zelllinien ansetzen musste, um die Rechnung zu schließen.

Gleichzeitig dreht sich die Debatte wieder stärker um Rohstoffkosten, denn Kathodenmaterial beeinflusst den Preis pro Kilowattstunde direkt. Wenn Tesla hier auf ein Minimum herunterfährt, dann spart das kurzfristig Cash, aber es kostet strategische Optionen. Und wenn Fördergelder schwinden, dann fällt ein Puffer weg, der teurere Anläufe überbrücken konnte.


Batteriebranche zieht sich zurück, und Teslas Megawerk-Strategie verliert Glanz

LG Energy Solution erwartet laut Reuters deutliche Ergebniseffekte, weil Partner Lieferabsprachen gekündigt haben, und auch SK On beendete demnach ein Projekt mit Ford zum Aufbau einer US-Produktion. Diese Signale zeigen eine Branche, die Kapazitäten nicht mehr auf Verdacht baut, sondern nur noch bei klarer Nachfrage. Tesla steht damit nicht allein, aber Tesla hatte die 4680-Zelle als Differenzierungsmerkmal ins Zentrum gestellt.

Für die Gigafactory bedeutet das einen Imageverlust, weil das Megawerk als Beweis für Teslas Vertikalisierung galt. Wenn die Zelle nicht skaliert, dann verliert Tesla die Erzählung vom günstigen Einstiegsmodell, und zudem verliert der Cybertruck seinen technischen Anker. Am Ende bleibt ein nüchterner Befund: Tesla hat das Zukunftsformat angekündigt, doch die Umsetzung scheitert an Stückzahlen, Kosten und Timing.

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