United Internet streicht rund 800 Stellen bei IONOS und 1&1 Versatel

Montabaur: United Internet startet einen umfassenden Stellenabbau bei den Töchtern IONOS und 1&1 Versatel. Insgesamt sollen rund 800 Vollzeitstellen wegfallen. Dabei entfallen etwa 450 Stellen auf IONOS und rund 350 auf Versatel. Die Unternehmen wollen Strukturen vereinfachen, technische Plattformen bündeln und Prozesse stärker automatisieren. Bei IONOS soll außerdem Künstliche Intelligenz verstärkt interne Arbeitsabläufe übernehmen. Der Konzern kalkuliert deshalb mit einmaligen Restrukturierungskosten von rund 95 Millionen Euro. Danach sollen jährlich etwa 55 Millionen Euro eingespart werden. Die tatsächliche Höhe hängt bei IONOS jedoch auch von der Teilnahme an den Freiwilligenprogrammen ab.

United Internet baut bei IONOS und 1&1 Versatel rund 800 Stellen ab und will damit jährlich bis zu 55 Millionen Euro einsparen
United Internet baut bei IONOS und 1&1 Versatel rund 800 Stellen ab und will damit jährlich bis zu 55 Millionen Euro einsparen
Bild: Shutterstock

United Internet baut bei 1&1 Versatel mehr als ein Viertel der Stellen ab

1&1 Versatel will die Zahl seiner Vollzeitkräfte von rund 1.350 auf etwa 1.000 reduzieren. Damit verliert das Unternehmen mehr als ein Viertel seiner bisherigen Stellen. Gleichzeitig sollen Führungsebenen verschwinden und Organisationsstrukturen einfacher werden. Außerdem will Versatel Prozesse und IT-Systeme neu ausrichten. Bereits vereinbarte Altersteilzeitmodelle sollen den Personalabbau ergänzen. Über ein zusätzliches Freiwilligenprogramm will das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln.


Für den Umbau bei Versatel rechnet 1&1 mit rund 60 Millionen Euro Sonderkosten. Ab 2028 soll das Programm jedoch jährlich etwa 25 Millionen Euro einsparen. United Internet verändert damit auch die Kostenstruktur eines wichtigen deutschen Glasfasernetzbetreibers. Versatel betreibt inzwischen mehr als 70.000 Kilometer Glasfaserstrecke. Außerdem verfügt das Unternehmen in mehr als 350 Städten über eigene Netzinfrastruktur.

IONOS streicht 450 Stellen und setzt stärker auf KI

Bei IONOS soll die Belegschaft von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitkräfte schrumpfen. Dabei verteilt sich der geplante Abbau ungefähr zur Hälfte auf Deutschland und ausländische Standorte. IONOS will vor allem Freiwilligenprogramme einsetzen. Außerdem sollen technische Plattformen vereinheitlicht und Prozesse zusammengeführt werden. Künstliche Intelligenz soll künftig konsequenter in internen Abläufen eingesetzt werden.

Die Restrukturierung kostet IONOS voraussichtlich rund 35 Millionen Euro. Ab 2027 erwartet das Unternehmen jedoch jährliche Einsparungen von bis zu 30 Millionen Euro. United Internet verbindet den Personalabbau damit ausdrücklich mit weiteren Investitionen. IONOS will einen Teil der frei werdenden Mittel für neue KI-Produkte einsetzen. Außerdem soll das Cloud-Geschäft weiter ausgebaut werden.


Stellenabbau trotz steigender Umsätze und Gewinne

Der Umbau erfolgt nicht wegen eines Einbruchs des Konzernumsatzes. United Internet steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 vielmehr um 3,3 Prozent auf 3,09 Milliarden Euro. Das EBITDA wuchs außerdem um 5,1 Prozent auf 676 Millionen Euro. IONOS entwickelte sich ebenfalls positiv. Dort stieg der Halbjahresumsatz um 6,9 Prozent auf 701,1 Millionen Euro. Gleichzeitig wuchs die Kundenzahl um rund 280.000 auf 6,91 Millionen.

Bei 1&1 entwickelte sich die Kundenzahl dagegen schwächer. Im ersten Halbjahr gingen rund 140.000 Verträge verloren, vor allem im Mobilfunkgeschäft. Dennoch hält der Konzern an seiner Umsatzprognose fest. Für 2026 erwartet United Internet weiterhin rund 6,25 Milliarden Euro Umsatz. Die operative EBITDA-Prognose bleibt außerdem bei etwa 1,45 Milliarden Euro. Die Restrukturierungskosten behandelt das Unternehmen dabei als einmaligen Sondereffekt.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: United Internet (11.09.26)IONOS (10.09.26)1&1 Versatel (10.09.26)Handelsblatt (10.09.26)

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