Quartalsgewinn von Shell verdreifacht sich auf 10,8 Milliarden Dollar

London – Shell meldete am 30. Juli 2026 einen den Aktionären zurechenbaren Nettoertrag von 10,8 Milliarden Dollar für das zweite Quartal. Der Quartalsgewinn von Shell verdreifachte sich damit gegenüber den 3,6 Milliarden Dollar des Vorjahreszeitraums. Hohe Öl- und Gaspreise sowie profitable Handelsgeschäfte im Iran-Krieg trieben das Ergebnis. Außerdem stieg der Umsatz um 45 Prozent auf 96,4 Milliarden Dollar. Schäden an Anlagen in Katar und Störungen rund um die Straße von Hormus begrenzten jedoch die Förderung. Aktionäre profitieren deshalb von hohen Ausschüttungen, während Verbraucher und Industrie höhere Energiepreise tragen.


Quartalsgewinn von Shell erreicht zweithöchsten Stand

Der bereinigte Gewinn erreichte 9,84 Milliarden Dollar und lag über der Analystenschätzung von 8,92 Milliarden Dollar. Diese Kennzahl entfernt jedoch Sondereffekte und unterscheidet sich vom ausgewiesenen Nettoertrag. Der Quartalsgewinn von Shell erreichte damit auf bereinigter Basis den zweithöchsten Stand der Konzerngeschichte.

Der Quartalsgewinn von Shell steigt auf 10,8 Milliarden Dollar. Hohe Energiepreise, Raffineriemargen und Handel treiben das Ergebnis
Der Quartalsgewinn von Shell steigt auf 10,8 Milliarden Dollar. Hohe Energiepreise, Raffineriemargen und Handel treiben das Ergebnis
Bild: Shutterstock

Besonders kräftig legte außerdem das Geschäft mit Raffinerien, Produkten und Chemikalien zu. Shell nutzte seine Raffinerien rechnerisch zu 102 Prozent aus. Gleichzeitig stieg die globale Referenzmarge von 17 auf 24 Dollar je Barrel. Das Segment Chemicals and Products steuerte deshalb 2,88 Milliarden Dollar zum bereinigten Ergebnis bei.


Kriegsschäden stoppen Pearl-Anlage in Katar

Der Iran-Krieg brachte Shell jedoch nicht nur zusätzliche Einnahmen. Ein Angriff beschädigte im März einen Produktionsstrang der Pearl-GTL-Anlage in Katar. Seitdem ruht die gesamte Anlage, während Shell mit etwa einem Jahr Reparaturzeit rechnet. Der Nahe Osten liefert rund 20 Prozent der Öl- und Gasproduktion des Konzerns.

Die Gasproduktion im integrierten Geschäft sank deshalb von 909.000 auf 631.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Förderung aus Kanada, Nigeria und Australien dämpfte die Ausfälle jedoch teilweise. Für das dritte Quartal erwartet Shell höchstens 630.000 Barrel täglich, wobei Mengen aus Katar nicht enthalten sind.

Drei Milliarden Dollar fließen in Aktienrückkäufe

Der operative Mittelzufluss erreichte außerdem 21,4 Milliarden Dollar. Zugleich stieg der freie Cashflow auf 17,5 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn von Shell erlaubt deshalb einen weiteren Aktienrückkauf über drei Milliarden Dollar. Die Nettoschulden sanken währenddessen von 52,6 auf 41,8 Milliarden Dollar.

Für Verbraucher zeigt das Ergebnis jedoch die Kehrseite der Marktverwerfungen. Brent-Öl kostete im Quartal durchschnittlich rund 97 Dollar je Barrel. Europäisches Erdgas lag gleichzeitig bei etwa 46 Euro je Megawattstunde. Weitere Angriffe auf Förderanlagen, Raffinerien oder Transportwege könnten deshalb Kraftstoffe, Transporte und Industrieproduktion erneut verteuern.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Shell (30.07.26)Reuters (30.07.26)The Wall Street Journal (30.07.26)

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