Die Papierfabrik Baiersbronn Frischfaser Karton im Landkreis Freudenstadt stellt im September 2026 die Produktion ein. Das Unternehmen hatte bereits im Juni Insolvenz beantragt, führte den Betrieb jedoch zunächst weiter. Hohe Energie- und Produktionskosten, fehlende Aufträge und schwierige Marktbedingungen belasteten den Standort. Zudem scheiterte die geplante Übernahme, weil ein Interessent die notwendige Finanzierung nicht sichern konnte. Deshalb verlieren alle 220 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.
Papierfabrik scheitert an hohen Produktionskosten und fehlender Investorenlösung
Während der letzten Produktionstage arbeitet die Belegschaft noch offene Bestellungen ab. Außerdem verarbeitet das Werk die vorhandenen Rohstoffe und Materialien. Danach fehlt nach Angaben der Gemeinde das Geld, um Produktion und Beschäftigung weiterzuführen. Damit endet am Standort eine Industriegeschichte von mehr als 70 Jahren.

Symbolbild: Shutterstock
Baiersbronn Frischfaser Karton produziert vorwiegend Frischfaserkarton für Faltschachteln. Die Abnehmer kommen unter anderem aus der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Zuletzt erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 80 Millionen Euro Jahresumsatz. Allerdings reichte dieses Geschäftsvolumen nicht mehr für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb.
Investor konnte Finanzierung der Übernahme nicht sichern
Im Insolvenzverfahren setzte das Unternehmen deshalb große Hoffnungen auf einen neuen Eigentümer. Noch am 25. August liefen konkrete Gespräche über eine Übernahme der Papierfabrik. Der Interessent hatte seine Finanzierung zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht abgesichert. Am 27. August zog er sich schließlich aus der geplanten Transaktion zurück.
Bis Ende August sicherte das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter. Danach hätte der Betrieb jedoch wieder seine vollständigen Kosten selbst tragen müssen. Der Insolvenzverwalter sah dafür keine wirtschaftliche Grundlage. Außerdem konnte das Unternehmen seine gestiegenen Kosten nur begrenzt über höhere Verkaufspreise an Kunden weitergeben.
Hohe Energie- und CO₂-Kosten erschweren Fortführung
Neben hohen Energiepreisen belasten auch Kosten aus dem europäischen Emissionshandel den Standort. Die Papierfabrik benötigt für ihre Produktion erhebliche Energiemengen und muss zugleich Emissionsberechtigungen abgeben. Hinzu kommen laut Unternehmen strukturelle Überkapazitäten im europäischen Kartonmarkt. Deshalb verschärft intensiver Wettbewerb den Preisdruck zusätzlich.
Für Baiersbronn bedeutet die Schließung zugleich den Verlust eines größeren industriellen Arbeitgebers. Die Gemeinde versucht deshalb, möglichst viele Fachkräfte in der Region zu halten. Außerdem führt sie Gespräche mit anderen Unternehmen und politischen Vertretern über neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Für die 220 Mitarbeiter endet die Beschäftigung jedoch mit dem Auslaufen des Betriebs.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bild (01.09.26) – Schwarzwälder Bote (27.08.26)
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