Maschinenbau: Engmatec schließt nach Insolvenz – alle 150 Jobs am Bodensee weg

Radolfzell am Bodensee – Der Maschinenbau verliert mit Engmatec einen weiteren mittelständischen Industriebetrieb in Deutschland. Anfang August 2026 steht fest, dass das Unternehmen seinen Betrieb bis Ende Oktober vollständig beendet. Rund 150 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze, die Kündigungen erfolgten bereits Ende Juli. Die Sanierung in Eigenverwaltung scheiterte jedoch, weil sich kein Investor für Engmatec fand. Zuvor hatten verschobene Kundenprojekte, Stornierungen und wachsender Preiswettbewerb aus Asien die wirtschaftliche Lage verschärft.


Eigenverwaltung konnte den Betrieb nicht retten

Engmatec beantragte am 2. März beim Amtsgericht Konstanz ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren. Das Gericht ordnete die Eigenverwaltung an, deshalb führte Geschäftsführer Peter Sauter den Betrieb zunächst weiter. Für drei Monate erhielten die Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Zugleich sollte die Sanierung eine wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung ermöglichen.

Nach gescheiterter Investorsuche endet Engmatec in Radolfzell. Der Maschinenbau verliert weitere 150 Industriearbeitsplätze am Bodensee
Nach gescheiterter Investorsuche endet Engmatec in Radolfzell. Der Maschinenbau verliert weitere 150 Industriearbeitsplätze am Bodensee
Bild: ©Engmatec

Die Schwierigkeiten hatten sich bereits 2025 deutlich verschärft. Kunden reduzierten Projektvolumen und verschoben oder stornierten geplante Investitionen. Außerdem nahm nach Unternehmensangaben der internationale Preiswettbewerb zu. Engmatec verwies dabei ausdrücklich auf Konkurrenten aus Asien. Die anschließende Suche nach einem Investor blieb schließlich ohne Ergebnis.

Engmatec hängt stark an Investitionen seiner Kunden

Das 1994 gegründete Unternehmen entwickelt Prüfgeräte und Montageanlagen für elektronische Baugruppen und andere Produkte. Außerdem baut Engmatec komplexe automatisierte Fertigungslinien für Industriekunden. Der Mittelständler beschäftigt rund 150 Menschen am Standort Radolfzell. Ein wichtiger Kundenkreis kommt aus der Automobilindustrie, die selbst mit rückläufiger Beschäftigung und strukturellen Veränderungen kämpft.

Gerade spezialisierte Anlagenbauer hängen jedoch stark von Investitionsentscheidungen ihrer Auftraggeber ab. Werden neue Produktionslinien verschoben, fehlen ihnen schnell größere Auftragsvolumen. Für den Maschinenbau verschärft internationaler Preiswettbewerb diese Abhängigkeit zusätzlich. Engmatec konnte den Geschäftsbetrieb zunächst fortführen, doch ohne Investor blieb am Ende nur die Abwicklung.


Maschinenbau verliert weitere Arbeitsplätze

Der Fall fällt in eine Phase weiteren Beschäftigungsabbaus in der deutschen Industrie. Der VDMA erklärte am 14. August, die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands zeige sich inzwischen deutlich am Arbeitsmarkt der Branche. Zugleich bleibt die Auftragslage uneinheitlich und stark von Auslandsbestellungen sowie einzelnen Großaufträgen geprägt. Im Maschinenbau bleibt eine breite und stabile Erholung deshalb bislang aus.

Auch die Insolvenzzahlen bleiben jedoch außergewöhnlich hoch. Das IWH registrierte im Juli 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland. Das waren sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber einem durchschnittlichen Juli von 2016 bis 2019 lag die Zahl sogar 75 Prozent höher. Engmatec steht deshalb nicht isoliert, sondern reiht sich in eine weiterhin hohe Zahl gescheiterter Unternehmen ein.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: VDMA (14.08.26)t-online (12.08.26)Südkurier (04.08.26)Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (06.08.26)

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