Firmenpleiten nehmen stark zu: Im März steigt die Zahl um 15,8 Prozent

Die Firmenpleiten in Deutschland haben im ersten Quartal 2026 deutlich zugenommen. Die Amtsgerichte meldeten 6.275 Unternehmensinsolvenzen und damit 6,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Im März stieg die Zahl der Insolvenzen sogar um 15,8 Prozent auf 2.308 Fälle. Besonders betroffen waren Verkehr, Gastronomie und Bau. Zugleich erschweren hohe Kosten, schwache Nachfrage und geringe Rücklagen die Sanierung vieler Betriebe. Auch Verbraucher gerieten häufiger in Zahlungsnot, während die Gläubigerforderungen wegen weniger Großverfahren deutlich sanken.


Firmenpleiten treffen Verkehr, Gastronomie und Bau besonders stark

Auf 10.000 Unternehmen kamen im ersten Quartal durchschnittlich 17,7 Insolvenzfälle. Verkehr und Lagerei erreichten jedoch 32,1 Fälle. Damit lag die Branche deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Hohe Betriebskosten belasten viele Logistikfirmen, während schwankende Aufträge ihre Planung erschweren.

Firmenpleiten steigen im ersten Quartal deutlich. Besonders Verkehr, Gastronomie und Bau melden mehr Insolvenzen
Firmenpleiten steigen im ersten Quartal deutlich. Besonders Verkehr, Gastronomie und Bau melden mehr Insolvenzen
Bild: Shutterstock

Das Gastgewerbe folgte mit 30,3 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Im Baugewerbe lag die Quote zugleich bei 26,7 Fällen. Restaurants leiden unter hohen Personal-, Energie- und Einkaufskosten. Baufirmen spüren außerdem die schwache Nachfrage nach neuen Wohnungen und Gewerbeobjekten.

Weniger Großinsolvenzen senken die Forderungssumme

Die Amtsgerichte bezifferten die Forderungen der Gläubiger auf rund 9,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es jedoch noch 19,9 Milliarden Euro. Der Rückgang signalisiert deshalb keine breite wirtschaftliche Entspannung. Im Vorjahresquartal hatten mehrere große Verfahren die Gesamtsumme erheblich erhöht.

Die gestiegene Zahl der Firmenpleiten betrifft diesmal häufiger kleinere und mittlere Betriebe. Diese Unternehmen verursachen meist geringere Einzelforderungen, sichern jedoch viele regionale Arbeitsplätze. Außerdem hängen oft Zulieferer, Vermieter und Dienstleister von ihren Zahlungen ab. Eine Insolvenz kann deshalb weitere Betriebe in der Lieferkette belasten.

Statistik zeigt nur einen Teil der Betriebsschließungen

Die amtliche Statistik erfasst nur Unternehmen mit einem eröffneten oder mangels Masse abgewiesenen Insolvenzverfahren. Andere Geschäftsaufgaben erscheinen dagegen nicht in diesen Zahlen. Das tatsächliche Ausmaß wirtschaftlich bedingter Schließungen liegt deshalb höher. Zudem erfolgt die statistische Erfassung häufig erst mehrere Wochen nach dem Insolvenzantrag.

Auch die Firmenpleiten des Jahres 2025 wirken weiter nach. Destatis registrierte damals 24.064 Unternehmensinsolvenzen und damit 10,3 Prozent mehr als 2024. Creditreform errechnete außerdem hohe Verluste für Gläubiger und zahlreiche gefährdete Arbeitsplätze. Hohe Finanzierungskosten, schwache Investitionen und strukturelle Belastungen bleiben daher zentrale Ursachen.


Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfalls deutlich

Im März meldeten die Gerichte 7.462 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 18,9 Prozent mehr als im März 2025. Für das gesamte erste Quartal ergab sich zugleich ein Anstieg um sechs Prozent auf 19.679 Fälle. Hohe Lebenshaltungskosten und Einkommensverluste verschärfen die Lage vieler Haushalte.

Die Entwicklung trifft Unternehmen und Verbraucher deshalb gleichzeitig. Betriebe verlieren Nachfrage, während Haushalte weniger finanziellen Spielraum besitzen. Zugleich erhöhen Stellenabbau und Betriebsschließungen die Gefahr weiterer Zahlungsausfälle. Eine schnelle konjunkturelle Entlastung ist in den aktuellen Zahlen noch nicht erkennbar.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Handelsblatt (12.06.26)Destatis (Stand 12.06.26)Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung (09.06.26)

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