Evonik schließt Standorte in Hamburg und Bitterfeld – 90 Beschäftigte betroffen

Evonik schließt 2027 seine Standorte in Hamburg und Bitterfeld und verlagert die Geschäfte an größere deutsche Werke. Das Unternehmen kündigte die Entscheidung am 11. September 2026 an. In Hamburg sind rund 50 Beschäftigte betroffen, in Bitterfeld weitere 40. Als Gründe nennt der Konzern hohe Strukturkosten, schwache Absatzmärkte und internationalen Wettbewerbsdruck. Besonders in Bitterfeld reicht die Auslastung der Anlagen nicht mehr für einen wirtschaftlichen Betrieb. Die Kunden sollen jedoch weiterhin aus Essen und Rheinfelden beliefert werden.

Evonik bündelt seine Produktion: Zwei deutsche Werke schließen 2027, während der Konzern tausende weitere Stellen abbauen will
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Evonik bündelt Produktion und Entwicklung an größeren Werken

Der Hamburger Standort soll Mitte 2027 schließen. Dort arbeitet der Konzern an Produkten und Lösungen für Kosmetik und Körperpflege. Außerdem befinden sich dort Labore und technologisches Know-how. Diese Aktivitäten sollen künftig am größeren Standort Goldschmidtstraße in Essen gebündelt werden. Dadurch will der Konzern Verwaltungs-, Produktions- und Entwicklungsstrukturen zusammenführen.

Dabei hatte der Konzern Hamburg noch vor einigen Jahren strategisch aufgewertet. 2017 übernahm er den Kosmetikspezialisten Dr. Straetmans. Hamburg sollte anschließend ein wichtiges Kompetenzzentrum für alternative Konservierungssysteme werden. Inzwischen bewertet der Konzern jedoch seine kleinteilige Standortstruktur als zu teuer. Der schwache Weltmarkt und anhaltender Margendruck verschärfen die wirtschaftliche Belastung.


Bitterfeld verliert Produktion für Mikrochips und Glasfaserkabel

In Bitterfeld stellen rund 40 Beschäftigte Chlorsilane her. Diese Spezialchemikalien kommen unter anderem bei Mikrochips und Glasfaserkabeln zum Einsatz. Der Standort soll bereits Ende April 2027 schließen. Besonders hochreines Siliciumtetrachlorid trifft auf wachsenden Wettbewerb aus Asien. Gleichzeitig liegt die Auslastung der Anlagen seit längerer Zeit zu niedrig.

Evonik prüfte nach eigenen Angaben mehrere Alternativen zur Schließung. Dazu gehörten geringere Produktionskapazitäten, andere Betriebskonzepte, eine zeitweise Stilllegung und ein Verkauf. Keine dieser Varianten bot nach Einschätzung des Unternehmens eine langfristig wirtschaftliche Perspektive. Deshalb soll Rheinfelden künftig wesentliche Teile der Kundenversorgung übernehmen. Für die Beschäftigten will der Konzern mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträgliche Lösungen suchen.

Standortschließungen gehören zu einem deutlich größeren Stellenabbau

Die beiden Werksschließungen sind jedoch nur ein Teil des laufenden Konzernumbaus. Von 2027 bis Ende 2029 will der Spezialchemiekonzern weltweit weitere rund 3.200 Stellen streichen. Davon entfallen etwa 2.150 auf Deutschland. Bereits von 2024 bis 2026 sollen planmäßig rund 2.800 Stellen wegfallen. Digitalisierung, Outsourcing und schlankere Strukturen sollen dauerhaft Kosten reduzieren.


Zugleich bleibt das Umfeld für die deutsche Chemieindustrie schwierig. Im zweiten Quartal 2026 lag die Kapazitätsauslastung laut VCI nur bei 73,2 Prozent. Der langjährige Durchschnitt beträgt dagegen rund 83 Prozent. Außerdem belasten höhere Rohstoff- und Energiekosten die Unternehmen. Der VCI erwartet deshalb für 2026 weiterhin einen Produktionsrückgang von 1,5 Prozent. Die Schließung in Bitterfeld trifft damit eine Region, in der bereits weitere Chemieunternehmen Kapazitäten reduzieren oder Werke aufgeben.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Die Zeit (13.09.26)Welt (13.09.26)Evonik (11.09.26)Hamburger Abendblatt (10.09.26)

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