Beschäftigte demonstrieren in Berlin und im Saarland für zukunftsfähige Stahlindustrie

In Berlin und im Saarland sind am Freitag nach Gewerkschaftsangaben tausende Menschen für die Zukunft der Stahlindustrie auf die Straße gegangen. „Die Stahlindustrie muss bleiben“, erklärte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner. „Wir wollen grünen Stahl produzieren, unsere Stahlwerke werden, soweit es geht, klimaneutral.“ Die Politik müsse die beim Stahlgipfel im November vergangenen Jahres zugesagten Maßnahmen konsequent umsetzen.


Nach Angaben der IG Metall, die zu der Demonstration aufgerufen hatte, protestierten in Berlin rund 1700 Beschäftigte aus 40 deutschen Stahlbetrieben und zogen zu einer Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium. Zudem hätten im saarländischen Völklingen „mehrere Tausend“ Menschen demonstriert, erklärte die Gewerkschaft.

Tausende Beschäftigte demonstrieren für die Zukunft der Stahlindustrie. Gewerkschaft und Politik fordern Unterstützung für klimafreundlichen Stahl aus Deutschland.
Tausende Beschäftigte demonstrieren für die Zukunft der Stahlindustrie. Gewerkschaft und Politik fordern Unterstützung für klimafreundlichen Stahl aus Deutschland.
Bild: Shutterstock

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte in Berlin, die Branche befinde sich „in einer herausfordernden wirtschaftlichen Lage“. „Das erkennen wir ausdrücklich an.“ Im Koalitionsvertrag sei das Ziel festgeschrieben, die Stahlindustrie am Standort Deutschland zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dafür würden „umfassende Maßnahmen in zentralen Handlungsfeldern“ wie etwa bei den Energiepreisen ergriffen.


Bei dem Stahlgipfel im vergangenen Jahr hatte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unter anderem für eine Bevorzugung von heimischen Herstellern von Stahl ausgesprochen und den EU-Vorschlag für Einfuhrbeschränkungen für Stahl insbesondere aus China begrüßt. Die deutsche Stahlindustrie leidet unter billiger Konkurrenz vor allem aus Asien. Die Zölle von US-Präsident Donald Trump erschweren zudem den Export. Zugleich ist die Umstellung der höchst energieintensiven Stahlproduktion auf grüne Energie sehr teuer.

„Unser Ziel ist klar“, erklärte SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil am Freitag: „Die Stahlproduktion soll in Deutschland und Europa stattfinden – mit sicheren Arbeitsplätzen, klimafreundlich und wettbewerbsfähig.“

Verfasser: AFP
Verwendete Quellen: AFP Presseportal

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