Berlin – Der Vertrauensverlust gegenüber dem Staat erreichte bei der Vorstellung am 30. Juli 2026 einen neuen Tiefpunkt. Nur 17 Prozent trauen ihm noch zu, seine Aufgaben zu erfüllen. Forsa befragte dafür online 2.018 repräsentativ ausgewählte Menschen ab 14 Jahren. Dagegen halten 79 Prozent den Staat für überfordert, während 2025 noch 23 Prozent seine Handlungsfähigkeit bejahten. Die größte Lücke zwischen Anspruch und Leistung betrifft soziale Sicherung, Wirtschaft und Infrastruktur. Damit erfasst die Kritik Leistungen, von denen Bürger und Unternehmen täglich abhängen.
Vertrauensverlust beschleunigt sich seit 2020
Im Jahr 2020 hielten noch 56 Prozent den Staat für handlungsfähig. Seitdem sank der Wert fast durchgehend, während die Überforderungsquote bis 2026 auf 79 Prozent stieg. Der Vertrauensverlust beträgt damit 39 Prozentpunkte innerhalb von sechs Jahren. Der Deutsche Beamtenbund lässt die Bürgerbefragung außerdem seit 2007 jährlich erstellen.

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Die Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen bleiben jedoch groß. Unter Beamten vertrauen 36 Prozent auf staatliche Handlungsfähigkeit, bei Selbständigen sind es nur 10 Prozent. Außerdem liegt der Wert im Osten bei 14 Prozent und im Westen bei 17 Prozent. Unionsanhänger kommen auf 38 Prozent, während AfD-Anhänger lediglich 2 Prozent erreichen.
Rente, Wirtschaft und Infrastruktur dominieren die Kritik
Die Bürger setzen die höchste Priorität bei der Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme. 55 Prozent nennen diese Aufgabe sehr wichtig, während 54 Prozent Wachstum und Arbeitsplätze priorisieren. Für bessere Verkehrswege und Infrastruktur sprechen sich 53 Prozent aus. Gute Leistungen erkennen jedoch nur 11, 11 und 15 Prozent in diesen drei Bereichen.
Bei der offenen Abfrage nennen 26 Prozent soziale Sicherung und Rente als größtes Problemfeld. Danach folgen Steuer- und Finanzpolitik mit 18 Prozent sowie Asylpolitik mit 16 Prozent. Der Asylwert sank jedoch binnen eines Jahres von 30 auf 16 Prozent. Außerdem nennen 14 Prozent Bildung, 13 Prozent Gesundheit und 10 Prozent die Infrastruktur.
Behörden verlieren an Leistung und Ansehen
51 Prozent bescheinigen dem öffentlichen Dienst inzwischen eine geringere Leistungsfähigkeit. Nur 10 Prozent erkennen dagegen eine Verbesserung. Deshalb verlangen 86 Prozent einfachere Vorschriften und 78 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten. Außerdem wünschen 72 Prozent mehr digitale Behördendienste. Die Digitalisierung erhält die Note 4,0, während Bundesministerien mit 4,2 noch schlechter abschneiden.
Einzelne Berufsgruppen genießen dennoch weiterhin hohes Ansehen. Feuerwehrleute erreichen 94 Prozent, Krankenpflegekräfte 91 Prozent und Polizisten 80 Prozent. Politiker kommen dagegen nur auf 7 Prozent. Der Vertrauensverlust richtet sich damit vor allem gegen politische Führung und staatliche Ergebnisse. dbb-Chef Volker Geyer warnt deshalb: „Ein solcher Vertrauensverlust ist eine Gefahr für unsere Demokratie.“ Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus oder minus 2,5 Prozentpunkten.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Frankfurter Rundschau (30.07.26) – Deutscher Beamtenbund (30.07.26) – Forsa (17.07.26)
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