Umweltminister Schneider bringt höhere Wasserpreise für Rechenzentren ins Spiel

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat höhere Wasserpreise für die Betreiber von Rechenzentren ins Spiel gebracht. „Zeiten von Wasserknappheit werden auch in Deutschland häufiger. Das führt zu neuen Verteilungsfragen, auf die wir gerechte Antworten finden müssen“, sagte Schneider in Berlin. „Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen.“

Umweltminister Schneider will Rechenzentren bei Wasserknappheit stärker zur Kasse bitten. Großverbraucher sollen höhere Wasserpreise zahlen oder in wassersparende Kühltechnik investieren.
Umweltminister Schneider will Rechenzentren bei Wasserknappheit stärker zur Kasse bitten. Großverbraucher sollen höhere Wasserpreise zahlen oder in wassersparende Kühltechnik investieren.
Bild: HALIL SAGIRKAYA / Anadolu via AFP

„Dann müssen Betreiber von Rechenzentren, die oft sehr hohe Gewinne machen, eben mehr für Wasser zahlen oder für Technik zum Wassersparen“, fuhr Schneider fort. Er sprach beim Forum „Zukunft Wasser“ im Bundesumweltministerium an der Seite von EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall. Nur so werde es Akzeptanz für die Ansiedlung der Rechenzentren in den jeweiligen Gemeinden geben, sagte Schneider weiter.

„Wenn die Großverbraucher sich bundesweit und systematisch an den Kosten beteiligen müssten, würde das auch Anreize setzen, sparsamer mit Wasser umzugehen und in entsprechende Technik, die wir gerade hier in Deutschland haben, wo wir Weltmarktführer sind, auch zu investieren“, betonte der Umweltminister. „Ein gerechtes und gut gesteuertes System wird am Ende die Allgemeinheit entlasten.“ Er wolle dazu in den kommenden Wochen mit den Ländern und den betroffenen Sektoren „in den Austausch gehen“.


Der Umweltorganisation Greenpeace geht das nicht weit genug. Greenpeace-Digitalexpertin Linda Klapdor forderte, Betreiber von Rechenzentren „sollten bereits im Planungsprozess transparent machen, wie sie ihre Zentren künftig kühlen wollen. Solange keine überzeugenden Konzepte zur Wasserversorgung vorliegen, dürfen solche Projekte nicht umgesetzt werden.“

Schneider und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) müssten „verhindern, dass Mega-Rechenzentren mit ihrem enormen Wasserverbrauch in Gebieten wie Brandenburg oder dem Rhein-Main-Gebiet entstehen, die bereits jetzt unter Trockenheit leiden“, erklärte Klapdor. „Dieser gerade erst abklingende Hitzesommer zeigt: Wasser ist kostbar. Es im großen Maßstab zu nutzen, um Rechenzentren zu kühlen, können sich viele Regionen nicht leisten.“

Verfasser: AFP – oer/ilo
Verwendete Quellen: AFP Presseportal

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