E-Auto-Förderung: Niedrige Einkommen beantragen Tesla, BMW und Porsche

Berlin, Ende Juni 2026: Die neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung erreicht nach den ersten Antragsdaten auffällig oft Haushalte in der niedrigsten Einkommensgruppe. Rund die Hälfte der mehr als 60.000 Anträge stammt aus dieser Klasse, außerdem tauchen dort zahlreiche Anträge für Tesla, BMW, Mercedes und sogar Porsche auf. Deshalb wächst die Kritik, weil ein Programm für kleinere Einkommen auch teure Neuwagen mit Steuergeld begünstigen kann.


E-Auto-Förderung ohne harte Preisgrenze

Die Bundesregierung stellt für das Programm drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Der Zuschuss soll Kauf oder Leasing neuer Elektroautos erleichtern, außerdem soll er vor allem Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen entlasten. Bundesumweltminister Carsten Schneider wertete den Start positiv und sagte: „Die soziale Staffelung funktioniert also.“

Bei der E-Auto-Förderung kommen auffällig viele Luxusauto-Anträge aus der niedrigsten Einkommensgruppe bis 45.000 Euro
Bei der E-Auto-Förderung kommen auffällig viele Luxusauto-Anträge aus der niedrigsten Einkommensgruppe bis 45.000 Euro
Bild: Shutterstock

Die Antragsstruktur passt jedoch nur begrenzt zu dieser Bewertung. In der niedrigsten Einkommensgruppe liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei höchstens 45.000 Euro im Jahr. Gleichzeitig sind dort viele Antragsteller 65 Jahre oder älter, während mehr als zwei Drittel keine förderrelevanten Kinder angeben.

Teure Modelle passen kaum zur Förderidee

Der zentrale Schwachpunkt liegt jedoch in der Konstruktion des Programms. Die Förderung richtet sich nach Einkommen, Fahrzeugart und Kindern, außerdem fehlt eine klare Obergrenze beim Listenpreis. Genau deshalb kann die E-Auto-Förderung auch für Fahrzeuge beantragt werden, die weit über klassischen Familienbudgets liegen.

Bei reinen Elektroautos beträgt die Basisförderung 3.000 Euro. Unter 60.000 Euro Einkommen steigt sie um 1.000 Euro, unter 45.000 Euro kommt ein weiterer Zuschlag hinzu. Mit zwei Kindern sind deshalb bis zu 6.000 Euro möglich, obwohl der Fahrzeugpreis deutlich höher liegen kann.

Porsche-Anträge zeigen die Lücke im System

Besonders auffällig sind die Marken in der niedrigsten Einkommensklasse. Bei Tesla liegen dort mehrere Tausend Anträge vor, außerdem kommen bei BMW und Mercedes große Anteile aus derselben Gruppe. Sogar mehrere Dutzend Porsche-Anträge sollen aus Haushalten mit höchstens 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen stammen.

Der günstigste elektrische Porsche Macan startet in Deutschland bei 81.200 Euro. Ein BMW i4 liegt ebenfalls deutlich über typischen Kleinwagenpreisen, während selbst ein Tesla Model 3 kein klassisches Einstiegsauto für Haushalte mit wenig frei verfügbarem Einkommen ist. Deshalb zeigt die Antragslage nicht nur Sozialpolitik, sondern auch die Grenze einer Förderung ohne Vermögensprüfung.


Steuerzahler tragen das Risiko

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wickelt das Verfahren digital ab. Antragsteller müssen sich über BundID identifizieren, außerdem zählen Steuerbescheide und Fahrzeugnachweise zu den zentralen Unterlagen. Das erschwert einfache Falschangaben, verhindert jedoch keine Gestaltung über Vermögen, Haushaltsstruktur oder niedrige Alterseinkünfte.

Anträge sind außerdem noch keine Bewilligungen. Das Umweltministerium verweist auf die Prüfung durch das BAFA und auf bislang wenige bewilligte Fälle. Die E-Auto-Förderung zeigt dennoch schon jetzt ein Problem: Einkommen allein sagt wenig darüber aus, ob jemand staatliche Hilfe für ein teures Elektroauto braucht.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Nius (30.06.36)Welt (19.06.26)Mein Auto (Stand: 29.06.26)Bundesumweltministerium (Stand: 29.06.26)Steuertipps (02.06.26)

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